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67_I_39

BGE 67 I 39

Bundesgericht (BGE) · 1941-01-01 · Deutsch CH
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38 Verwaltungs- und Disziplinarroohtspflege. de nullite. La:Cour cantonale constate en fait de maniere definitive que la S. A. Boissor n'a exerce aucune activite ces dernieres annoos. En 1937 deja, le capital social etait entierement absorbe. Des poursuites exercOOs contre la societe en 1939 ont abouti a la delivrance d'actes de defaut de biens. En fait, elle etait compIetement liquidoo et aban- donnee a la fin de 1939 et aurait du etre radiee au registre du commerce meme si sa dissolution n'avait pas ete formel- lement decidoo. Le Departement federal de justice et police, de son cote, reIeve avec raison que l'absence d'acti- vite est corroboroo par l'art. III de la convention, aux termes duquel la societe n'a « aucune dette » et n'a « pris aucun engagement ». La convention n'indique aucun prix de vente et ne fait mention d'aucun des brevets pretendu- ment encore existants. D'ou l'on doit conclure que ces brevets sont denues de valeur et ne presentent pas d'interet pour le recourant. Un fait significatif est aussi que Naef garde la propriete des livres de comptabilite, du registre des proces-verbaux, de la correspondance et des pieces comptables de la S. A. Boissor (art. V de la_convention). Cette clause serait incomprehensible si, comme le recourant le pretend, il s'agissait d'une reprise des actions afin de re donner de la vie a la societe et d'elargir son champ d'acti- viM. Elle s'explique en revanche de plano s'il s'agit d'une simple reprise du cadre social, ce qui est manifestement le cas. Aucun fait ne vient ainsi a l'appui de l'allegation du recourant que le but de la convention a eM de rendre a la socieM son entiere activiM « pour le plus grand bien des actionnaires et des creanciers » (inexistants d'apres l'art. III). Du moment que la convention du 31 janvier 1940 est nulle, les decisions de l'assembloo generale du 5 mars 1940 (modification du but et nomination d'un nouvel admi- nistrateur) sont egalement nulles et ne peuvent faire l'objet d'une inscription au registre du commerce. L'invi- tation de faire radier la socieM etait justifioo et a eM adres- soo avec raison a l'administrateur Noof (art. 60 ORC). Regisrersachen. N0 7. 39 La suite de la procedure est conforme aux prescriptions de l'art. 60. Par ces moti/s, le Tribunal j6Ural rejette le recours.·

7. Auszug aus dem Urteil der 11. Zivilabteilnng vom 30. Januar 1941 i. S. Busato gegen Zürich, Direktion des Innem. Eheeinspruch von Amtes wegen : Verfahren, wenn der mitwirkende Zivilstandsbeamte den Einsprnchsgrund entdeckt (Art. 108/109 ZGB; Art. 146, 152, 155, 167, 168 der Vo über den Zivilstands- dienst). Opposition, d'oOice au mariage: Procooure a suivre dans le cas ob c'est l'officier d'etat civil « cooperant » qui decouvre le motif d'opposition (an. 108-109 ce; an. 146, 152, 155, 167, 168 de l'Ordonnance sur le service de l'etat civil). Opposizione d'officio al matrimonio : Procedura da seguirsi nel caso in cui I 'ufficiale di stato civile «cooperante» scopre il motivo di opposizione' (art. 108-109 ce; an. 146, 152, 155, 167, 168 dell'Ordinanza sul servizio dello stato civile). Die Brautleute Busato-Richard meldeten beim Zivil- standsbeamten ihres Wohnortes Biel ihr Eheversprechen an. Der Zivilstandsbeamte des Heimatorts des Bräu~igams, Zürich, stellte fest, dass dieser vor zwei Jahren geistes- krank gewesen war, und machte hievon dem Stadtrat Zürich Mitteilung. Dieser machte seine Stellungnahme vom Ergebnis einer psychiatrischen Untersuchung des Bräutigams abhängig, zu der Busato eingeladen wurde. Indessen weigerte sich der Zivilstandsbeamte von Zürich, das Verkfutdaktdoppel an denjenigen von Biel zurückzu- senden, wogegen die vorliegende Beschwerde. Da8 Bundesgericht zieht in Erwägung : Die Vo über den Zivilstandsdienst unterscheidet bei der Verkündung zwischen dem leitenden- Zivilstandsbeamten,

d. h. demjenigen, bei dem das Verkündungsgesuch gestellt wurde (Art. 146 Abs. 2, 152 Vo), und den mitwirkenden

40 Yerwaltungs. und Disziplinarrecht.spflege. (Art. 155 Abis. 1). In casu war leitender Zivilstands beamte derjenige von Biel, der von Zürich bloss mit·wirkender. Nachdem die Verkündungsfrist, ohne dass Einspruch erfolgt wäre, am 14. November 1940 abgelaufen war, musste der mitwirkende Zivilstandsbeamte von Zürich den Verkündakt innert 2 Tagen an den leitenden von Biel zurücksenden (Art. 157 Abs. I). Wenn der Zivilstands- beamte von Zürich Grund hatte anzunehmen, dass Busato - trotz des Ausbleibens von Einsprüchen - nicht ehe- fähig sei, so berechtigte ihn dies nicht, den Verkündakt zurückzubehalten. Der von der Direktion des Innern und vom eidg. Justiz- und Polizeidepartement angerufene Art. 167 Vo begründet ein Recht und eine Pflicht nur für den leitenden Zivilstandsbeamten. Die Stellung des mit- wirkenden, dem ein· Einspruchsgrund bekannt wird, ist nicht in Art. 167, sondern in Art. 168 Vo umschrieben: er ((macht dem leitenden Zivilstandsbeamten nach Ablauf der Einspruchsfrist davon Mitteilung». Der Zivilstands- beamte von Zürich hätte mithin innert 2 Tagen nach Ab- lauf der Verkündfrist den Verkündakt dem ~ivilstands­ beamten von Biel zurücksenden sollen mit der Bescheini- gung auf der Rückseite, dass kein Einspruch erfolgt sei (Art. 157), aber unter Beifügung der jJlitteilung, dass nach seiner Auffassung beim Bräutigam Eheunfähigkeit gemäss Art. 97 ZGB vorliege (Art. 168 Vo). Darauf hätte der Zivilstands beamte von Biel,gemäss Art. 167 Abs. I Vo die Trauung (bezw. die Ausstellung eines Verkündscheins, Art. 171) verschieben und der Aufsichtsbehörde zuhanden der nach Art. 109 ZGB zum Einspruch zuständigen Be- hörde davon Mitteilung machen müssen. Letztere hätte vom Empfang dieser Mitteilung an 10 Tage gehabt, um Einspruch oder Klage zu erheben (Art. 167 Abs. 2 Vo). Tat sie nichts, so stand der Vornahme der Trauung nichts im Wege; erhob sie innert den 10 Tagen Einspruch, so hatte der Zivilstandsbeamte von Biel nach Art. 165 zu verfahren (Art. 167 Abs. 4). Nicht ohne guten Grund ist - im Falle der Entdeckung Registersachen. Xo 7. eines nicht aus den Akten hervorgehenden Einspruchs- grundes - die Befugnis, die Trauung zu verschieben, dem mitwirkenden Zivilstandsbeamten versagt (Art. 168) und nur dem leitenden vorbehalten (167). Zunächst ist es angezeigt, dass die Leitung des Vorgehens in der Hand einer einzigen Person konzentriert sei. Sodann und vor allem macht Art. 167 Vo jeden Missbrauch seitens des leitenden Zivilstandsbeamten unmöglich, indem dieser nicht einfach die Trauung verschieben kann, sondern gleichzeitig durch Vermittlung der Aufsichtsbehörde die zuständige Behörde von seiner Entdeckung in Kenntnis setzen muss, der wiederum eine 10 tägige Frist zum Ein- spruch läuft, nach deren unbenutztem Ablauf die Trauung nicht mehr verweigert werden kann. Der Art. 168 Vo sieht ein derartiges Korrektiv nicht vor: wenn dem mitwir- kenden Zivllstandsbeamten das Recht, die Rücksendung des Verkündaktes wegen Entdeckung eines Einspruchs- grundes zu verschieben, zuerkannt würde, liefe das prak- tisch auf eine Vertagung der Trauung sine die hinaus. Die Direktion des Innern bemerkt, im Falle der Rück- sendung des VerkÜlldaktes nach Biel wäre die Trauung trotz der Eheunfähigkeit des Bräutigams erfolgt; und das eidg. Justiz- und Polizeidepartement fügt bei, der Zivil- standsbeamte von Zürich hätte allerdings bei Rücksendung für den ihm amtlich bekannten Einspruchsgrund einen Vorbehalt an bringen können, « doch wäre ein derartiges Vorgehen für sich allein praktisch zwecklos gewesen». Weder das eine noch das andere trifft zu. Der Zivilstands- beamte von Biel, durch den von Zürich vom Vorhanden- sein eines nicht aus den Akten ersichtlichen Einspruchs- grundes in Kenntnis gesetzt, wäre nach Art. 167 Abs. I Vo verpflichtet gewesen, das hier vorgesehene Verfahren bei der Aufsichtsbehörde einzuleiten. Einem Beamten kann nicht verstattet sein, seine Amtspflicht zu verletzen unter dem Vorwand, ein Resultat verhindern zu müssen, das nur dadurch ermöglicht würde, dass ein anderer Beamter Beine Amtspflicht verletzte.