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122 ObligaHonenrooht. N0 29.
2. - Les deux juridictions cantonales nient la qualite de « detenteur » de Morisod. Les faits constares par elles de mani{~re a liet le Tribunal federal n'aboutissent pas a une autre solution. La jurisprudence ne qualifie de deten- teur que celui qui s'est charge de prendra soin de l'animal et en tire profit d'une maniere durable (RO 58 II 374, c. 2). Ce n'est pas le cas de Morisod. Ses relations avec les epoux Renaud sont des relations d'entr'aide et de famille. Sa mere s'est remariee avec Renaud. Il soutient pecuniaire- ment le menage. C'est ainsi qu'il a garanti le bail, achere et fourni la vache laitiere que les epoux Renaud devaient avoir. Mais il ne vit pas aveceux. Il habite en ville, ou il exploite une boucherie. Et s'il vient souvent en visite, apporte de la viande, il ne se mele en rien a l'exploitation. Le lait de la vache est consomme par le menage Renaud, sauf une partie qui est vendue a l'administrateur de la sociere proprietaire, lequel en paye le prix aRenaud. Des lors, on ne saurait appliquer l'art. 56 CO a Morisod et l'on ne voit pas non plus comment sa responsabilire pourrait etre engagee en vertu da l'art. 41 CO.
3. - Le detenteur, en l'espece, c'est indubitablement le defendeur Renaud. Mais sa responsabilire ne peut etre engagee que s'il existe un rapport de causalire entre le comportement de la vache qu'il detenait et le dommage subi par le demandeur le 22 aOllt 1937. Or les juges du fait constatent que « la vache n'a pas touche Gerber» et qu'« il n'est pas avere que Gerber ait eu le moindre con- tact» avecla vache. Si le demandeur entendait neanmoins rendre le defendeur responsable, il aurait du donner une explication plausible de la maniere dont il avait ere blesse et rendre pour le moins vraisemblable que sa chute etait attribuable a une action quelconque de l'animal detenu par Renaud. Or le demandeur n'a pu etablir cette vrai- semblance. La Cour de Justice civile constate en effet que, « dans son exploit de premiere instance, il dit avoir voulu delivrer sa vache, mais que malheureusement il fut renverse, ce qui implique qu'il aurait ere heurre; Ohligationenrecht. N° :JO. 12!l peu apres, il pretend qu'il a ere jete a terre par le cable qui retenait sa propre vache ; enfin, en comparution person- nelle, il declare que la vache de Morisod a recuIe et qu'il est tombe, mais qu'il ne sait pas pour quelle cause, s'il a ere bouscule par une vache, s'il a bute contre le lien qui attachait la sienne ; qu'il ne peut rien affirmer si ce n'est qu'il etait a core des deux animaux lors de l'accident ». Des lors, on en est reduit a de simples suppositions. Elles sont insuffisantes pour fonder une action en responsabilire. La plus grande probabilite, c'est que le demandeur a trebucM sur la corde par laquelle etait attacMe sa propre vache. Si l'on voit dans ce fait vraisemblable la cause de l'accident, le rapport de causalite avec la vache de Renaud devient trop lointain pour que le juge puisse le retenir. Et si meme on voit la cause premiere de la chute dans la seule presence de la vache de Renaud sur le pre de Gerber, soit dans un manque da surveillance du defendeur, le fait du demandeur d'avoir bure contre la corde vient interrompre cette causalite. Le demandeur invoque en vain l'arret du Tribunal federal RO 58 II 372. Il y a entre les deux especes des differences essentielles qui sautent aux yeux lorsqu'on lit l'expose des faits de l'affaire jugee en 1932. Par ces motifs, le Tribunal fede1'al rejette le recours et confirme l'arret attaque.
30. Auszug aus dem Urteil der I. Zivilabteilung vom 1. Juli 1941 i. S. Cbemodrog A.-O. gegen Konkursmasse der Zentrifuga A.-G.
1. ErjüUung zweiseitiger Verträge, Art. 82 OB.. Ein z,!"eiseitiger Vertrag nach Art. 82 OR liegt vor, wenn die Verpfhchtu~en der beiden Vertragsparteien in ihrer Ents~~ung (j,~enetll~ch) und in ihrer Erfüllung (funktionell) gegenseitIg bedingt smd. Erw. 2. . . h
2. Die Abtretung einer Forderung ist, wenn die ParteIen m~ ts Gegenteiliges vereinbaren, ein abstraktes Rechtsgeschäft; l24 Obligatiollenrecht. N0 30. daher geht die ;Forderung auch dann an den Erwerber über. wenn das Grundgeschäft an einem Mangel leidet. Erw. 4.
1. Execution de c~trats bilareraux, an. 82 00. Il y a contrat bilateral au sens que prend ce terme aPart. 82 CO lorsque les obligations reciproques des contractants dependent les unes des autres pour leur naissance et leur execution. Consid. 2.
2. La ce8sion d'une creance est, sauf convention contraire des panies, un acte juridique abstrait; c'est pourquoi la creance passe sur la tete du cessionnaire alors meme que l'acte juri- dique qui en est Ia cause est entache d'un vice. Consid. 4. Adempimento di contratti bilaterali, an. 82 00. I. Esiste un contratto bilaterale a'sensi dell'art. 82 CO allorehe le obbligazioni reciproche dei contraenti dipendono le une daIle altre per quanto riguarda la loro causa e il loro adempi- mento. Consid. 2.
2. La Ce8sione di un credito e, salvo patto contrario delle pani, un atto giuridico astratto ; il credito passa quindi al cessionario anche se l'atto giuridico ehe ne e la causa e viziato. Consid. 4. Durch Vertrag vom '1. Dezember 1939 verpflichtete sich die Beklagte, der Zentrifuga A.-G., deren ~onkurs masse im heutigen Prozess Klägerin ist, ein Darlehen von Fr. 20-25,000.- zu gewähren, wogegen die Zentrifuga A.-G. ihren ganzen Bedarf an Rohmaterialien für Liefe- rungen an die SBB und an die Postverwaltung bei der Beklagten decken sollte. Im gleichen Vertrag zedierte die Zentrifuga A.-G. der Beklagten bis zur Rückzahlung des Darlehens und Bezahlung der Rechnungen ihre sämtlichen gegenwärtigen und zukünftigen Forderungen aus den Lieferungsverträgen mit der SBB und der Post- verwaltung. Schliesslich wurde noch vereinbart, dass der Vertrag in allen seinen Bestimmungen dahinfalle, wenn die Darlehenszahlungen der Beklagten bis Ende Januar 1940 nicht mindestens den Betrag von Fr. 20,000.- erreichen. Da die Beklagte bis Ende Januar 1940 nur Fr. 4,000.- leistete, erklärte die Zentrifuga A.-G. den Vertrag als dahingefallen und teilte den SBB mit, dass Zahlungen künftig wieder an sie zu leisten seien. Angesichts der Ungewissheit über die Person des Gläubigers hinterlegten die SBB den bis dahin fällig gewordenen Schuldbetrag von Fr. 3667,35 beim Bezirksgericht Zürich. Die Klägerin verlangt, der hinterlegte Betrag sei ihr Obligationenrecht. N° 30. 125 herauszugeben und der Vertrag vom 7. Dezember 1939 sei als ungültig zu erklären. Das Handelsgericht des Kantons Zürich hat durch Urteil vom 16. Januar 1941 die Klage gutgeheissen. Das Bundesgericht weist die Sache zu neuer Entscheidung an die Vorinstanz zurück, aus folgenden Gründen:
1. - ...
2. - Nach der Auffassung der Vorinstanz wäre der Vertrag vom 7. Dezember 1939 in der Folge deshalb dahingefallen, weil die Beklagte den vorgesehenen Min- destbetrag von Fr. 20,000.- bis Ende Januar 1940 nicht zu Darlehen gegeben habe. Die Beklagte hatte vergeblich eingewendet, die Klägerin dürfe das Dahinfallen des Vertrages nicht geltend machen, weil die Zentrifuga A.-G. ihrerseits ihren vertraglichen Verpflichtungen nicht nach- gekommen sei, indem sie entgegen Ziffer 6 des Vertrages Rohmaterialien bei Dritten bezogen habe (Art. 82 OR). Die Vorinstanz wies diesen Einwand mit der Begrün- dung zurück, die Pflicht der Zentrifuga A.-G. zum Bezug aller ihrer Rohmaterialien bei der Beklagten und die Pflicht der letztem, der Zentrifuga A. -G. ein Darlehen zu gewähren, stünden in keinem Austauschverhältnis zueinander, sodass eine Berufung auf Art. 82 OR von vornherein entfalle. Die Vorinstanz liess daher ungeprüft, ob die Zentrifuga A.-G. ihre vertragliche Pflicht auf Abnahme aller ihrer Rohmaterialien von der Beklagten verletzt habe. Wer bei einem zweiseitigen Vertrage den andern zur Erfüllung anhalten will, muss nach Massgabe des Art. 82 OR entweder selbst bereits erfüllt haben oder die Erfüllung anbieten, es wäre denn, dass er nach dem Inhalte oder der Natur des Vertrages erst später zu erfüllen hätte. Eine sinngemässe Anwendung dieser Gesetzesbestimmung auf den vorliegenden Fall ergibt, dass die Zentrifuga A.-G. ein Dahinfallen des Vertrages gemäss dessen Ziffer 17 (Nichtleistung des Darlehens 126 Obligationenrecht. No 30. durch die Beklagte) solange nicht geltend machen durfte, als sie selbst ihren vertraglichen Verpflichtungen nicht nachgekommen war. Zu Unrecht möchte die Vorinstanz diese Folge mit dem Hinweis auf ein mangelndes Aus- tauschverhältnis zwischen der Pflicht zur Abnahme der Rohmaterialien einerseits und derjenigen auf Darlehens- gewährung anderseits ablehnen. Art. 82 OR setzt einen gegenseitigen Vertrag voraus. Und ein solcher liegt vor, wenn auf Grund eines Vertrages für zwei Vertragsteile je eine Verpflichtung in der Weise begründet ist, dass diese Verpflichtungen genetisch und funktionell vonein- ander abhängen (vgl. STAUDINGER, Komment. zum deutschen BGB, 9. Aufl., 1IIl S. 457). Darüber, dass vorliegend die beidseitigen Verpflichtungen im Sinne einer genetischen Abhängigkeit ihrer Entstehung nach gegen- seitig bedingt waren, d. h. die Verpflichtung des einen nur mit der des andern Teils entstehen sollte, bedarf es keiner weitern Ausführungen. Aber auch die gegenseitige Bedingtheit in der Erfüllung (funktionelle Abhängigkeit) ist gegeben, da auf der Hand liegt, dass der Darlehens- geber sein Darlehen nur im Falle der Abnahme sämtlicher Rohmaterialien seitens des Darlehensnehmers bei ihm zu gewähren hatte, und umgekehrt eine Kaufsverpflichtung in Bezug auf die Rohmaterialien nur für den Fall der Ausrichtung des Darlehens eingegangen werden wollte. Sollte daher, wie dies von der Bekla~ten behauptet wird, die Zentrifuga A.-G. tatsächlich schon im Dezember 1939 Rohmaterialien bei Dritten bezogen und damit eine - positive - Vertragsverletzung begangen haben, so durfte sie in der Folge auch kein Dahinfallen des Vertrages gemäss dessen Ziffer 17 (wegen Verzögerung der Darle- henshingabe ) geltend machen. Da die Vorinstanz auf Grund ihrer rechtsirrtÜIDlichen Einstellung die Frage des Bezuges von Rohmaterialien seitens der Zentrifuga A.-G. bei Dritten offen gelassen hat, muss ihr Urteil aufgehoben und die Sache zu neuer Beurteilung an sie zurückgewiesen werden. Obligationenrecht. No 30. 127 3 ...
4. - Sollte das neue Verfahren eine Vertragsverletzung seitens der Zentrifuga A.-G. nicht zu erstellen vermögen, sodass (wie in Erw. 3 dargelegt wird) der Hinfall des Vertrages auf Ende Januar 1940 anzunehmen wäre, so ist dann weiter zu sagen, dass die Vorinstanz in ihrem heute zu überprüfenden Urteil an einen solchen HinfaU rechtlich unzutreffende Folgen geknüpft hat. Sie steht nämlich auf dem Boden, dass Nichtigkeit, Amechtbar- keit oder Hinfall des Vertrages vom 7. Dezember 1939 geeignet gewesen wäre, die in diesem vorgesehenen und in der Folge auch noch separat vollzogenen Abtretungen von Forderungen gegenüber der eidgenössischen Post- verwaltung und den SBB ohne weiteres hinfällig zu ma- chen. Das trifft in Wirklichkeit nicht zu. Die Abtretung ist ein formell selbständiges Rechts- geschäft, durch das das abgetretene Recht selbst dann auf den Erwerber übertragen wird, wenn das zu Grunde liegende Rechtsgeschäft an einem zivilrechtlichen Mangel leidet, ein Rechtsgrund der Zession also fehlt (vgl. BGE 24 II 924 und WOLFF, Wesen und Voraussetzungen der Zession, S. 74 ff. ; für das analoge deutsche Recht siehe etwa Seufferts Archiv 69 Nr. 47, sowie OERTMANN, Recht der Schuldverhältnisse, 5. Aufl., I. Abt., S. 434). Diese abstrakte Beschaffenheit der Abtretung kann allerdings von den Parteien beseitigt werden, indem sie die Zession unter der Bedingung vornehmen, dass der von ihnen vereinbarte Rechtsgrund wirklich vorliegt oder eintritt (vgl. v. TUHR, Allgemeiner Teil des schweiz. Obligationen- rechts, S. 719). Hierfür genügt es indessen nicht, dass beide Geschäfte gleichzeitig abgeschlossen und im nämli- chen Vertragsinstrument verbunden sind (vgl. auch Reichsgerichtliche Entscheide in Zivilsachen 57, 96). Damit wird vielmehr regelmässig höchstens die motiv- mässige Abhängigkeit des einen Geschäfts vom andern dargetan, die bei der Abtretung immer vorhanden ist, weil jede Abtretung aus einem bestimmten Zweck heraus AS 67 II - 1941 9 128 Obligationenrecht. No 31. erfolgt. Für eme rechtliche Bedingtheit muss mehr als nur das verlangt werden, d. h. es muss sich einwandfrei ergeben, dass nat;h dem Willen der Parteien Nichtigkeit, Anfechtbarkeit oder Hinfall des Vertrages sich automa- tisch auch auf die Abtretungen auswirken solle. Das kann nun vorliegend schon im Hinblick auf allfallige Forderungen der Beklagten aus ihren Warenlieferungen, zu deren Begleichung ja die Abtretungen ebenfalls dienen sollten, nicht angenommen werden, ganz abgesehen von allfälligen Rückforderungsansprüchen bezüglich der zu Darlehen gegebenen Beträge. Demnach würde eine allfällige Nichtigkeit des Vertrages vom 7. Dezember 1939 nicht auch die Nichtigkeit der zu seiner Ausführung vorgenommenen Forderungsabtre- tungen nach sich ziehen. Noch viel weniger könnte aber eine Anfechtbarkeit jenes Vertrages den Rechtsbestand der Abtretungen berühren. Und vollends wäre eine blosse Hinfälligkeit des Vertrages zufolge Rücktritts einer Partei an sich für den Bestand der Abtretungen ohne Bedeutung. In allen diesen Fällen hätte die Klägerin vielmehr höchStens einen obligatorischen Anspruch auf Rückgängigmachung der Forderungsabtretungen, d. h. einen Anspruch auf Rückzession, erworben.
31. Urteil der I. Zivilabteilung vom 30. September 1941
i. S. « Vita» I,ebensversicherungsgesellschaft 'gegen Bachmann. Bürgschaft bei Schuldübernahme, Art. 178 Abs. 2 OR. Die zum voraus erteilte Zustimmung des Bürgen zu jedem Schuldner- wechsel ist ungültig; Art. 27 ZGB, Art. 20 OR. Oautionnement, reprise de la dette garantie, art. 178 aI. 2 CO. La clause par laquelle la caution consent d'avance atout change- ment da debitaur n'est pas valable ; art. 27 ce, art. 20 CO. Fideiussione nel easo di assunzione di debito (art. 178 cp. 2 CO). La clausola par cui il fideiussore si dichiara in anticipo d'ao- oordo oirca ogni cambiamento di dabitore non e valida (art. 27 ce, art. 20 CO). Obligationenrooht. No 31. 129 A. - Die « Vita» Lebensversicherungsgesellschaft gewährte der Baugenossenschaft « Markus» im Jahre 1934 ein Darlehen im Betrage von Fr. 360,000.-, wofür ihr ein Schuldbrief im ersten Range auf der Liegenschaft Überlandstrasse Nr. 3/5 in Örlikon eingeräumt wurde. Für die gleiche Schuld ging der Beklagte Bachmann mit sechs andern Bürgen am 27. Dezember 1933 eine « Bürg- und Selbstzahlerschaftsverpflichtung» ein, die
u. a. die Bestimmung enthielt: « Im Falle der 'Handän- derung ist die « Vita» ermächtigt, nach freiem Ermessen den alten Schuldner beizubehalten oder den neuen anzu- nehmen ; sofern die « Vita» den neuen annilnmt, so gilt diese Bürgschaft ohne weiteres auch für den neuen Schuld- ner geleistet und dauert in jedem Falle so lange fort, bis die « Vita» für ihre sämtlichen Ansprüche· aus diesem Schuldverhältnis befriedigt ist». B. - Zu Beginn des Jahres 1935 Wurde die Hotel Markus A.-G. gegründet mit dem Zweck, das Hotel Markus an der Überlandstrasse 3/5 zu erwerben und zu betreiben. Die neue Gesellschaft übernahm die auf der Liegenschaft haftenden Hypotheken im Betrage von Fr. 500,000.-. Die Genossenschaft « Markus», die unter- dessen zur Genossenschaft « Ackergut » geworden war, kam am 14. Februar 1935 in Konkurs. Am 14. Januar 1935 hatte das Grundbuchamt Schwa:" mendingen der « Vita» von der Schuldübernahme im Sinne von Art. 832 ZGB Kenntnis gegeben. Diese kehrte auf diese Mitteilung hin nichts vor. C. - Im Jahre 1938 belangte die « Vita» den Beklagten auf Grund seiner Solidarbürgschaftsverpflichtung auf Bezahlung rückständiger Hypothekarzinsen von Fr. 8550.-. D. - Das Bezirksgericht Frauenfeld und das Obergericht des Kantons Thurgau wiesen die Klage ab. Das Bundes- gericht weist die Berufung der Klägerin gegen das Urteil des Obergerichts ab.