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64_II_383

BGE 64 II 383

Bundesgericht (BGE) · 1938-01-01 · Deutsch CH
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Obligationenrecht. No 63.

ll'jntervient ~n realite qu'en qualiM de garante. Or teIle

est precise~ent la situation dans laqueIle se trouve la

caution solidaire qui renonce envers le creancier au bene-

fice de. l'art: 503. Il convient des 10rs d'admettre, ainsi

que le fait la doctrine et ceux-Ia meme parmi les auteurs

qui ont examine le probleme de lege ferenda, que les dis-

positions de l'art. 503 ne sont pas de droit imperatif, et

qu'ü est au contraire possible d'y der oger convention-

nellement.

Il ne suit pas de la toutefois qu'il se justifie de n'atta-

cher aucune importance a la pratique que 1'0n voit s'ins-

taurer de plus en plus dans le monde des affaires et plus

particulierement dans les etablissements de credit et qui

consiste a exiger des cautions une renonciation anticipee

aux facultes qu'elles tiennent de la loi. Il n'est pas rare,

en effet, de voir des formules imprimees de contrats de

cautionnement dans lesqueIles s'insere une clause portant

renonciation expresse au benefice des dispositions des

art. 497, 500, 502, 503, 508, 509, 511 CO, 303 LP, etc.,

autrement dit a la plupart, si ce n'est a tous les droits

que la loi a cru devoir accorder a la caution. Cette prati-

que, qui n'a d'ailleurs pas laisse de preoccuperles per-

sonnes qu'interesse la revision du droit sur le cautionne-

ment (cf. par ex. STAUFFER, Verbandl. des Schweiz. Juris-

tenvereins 1935, 2. Heft. Protokoll der Jahresversammlg.

in Interlaken p. 511 a; R,EIN, Die Voraussetzungen der

Bürgschaft im schweiz. Recht, p. 81), n'aboutit en effet

ni plus ni moins en realite qu'a modifier l'es'Sence meme

du contrat, si bien que celui qui signe comme caution

finit souvent par se trouver en fait dans la position d'un

codebiteur solidaire. IIse peut que cette sjtuation reponde

ades necessites pratiques; elle n'en est pas moins anor-

male par le risque qu'elle cree pour la caution de n'etre

pas tout a fait au clair sur l'etendue de ses droits. Aussi

convient-il, lorsque la caution se prevaudra de l'erreur

ou elle se sera pretendument trouvee a cet egard, que les

tribunaux ne fassent pas preuve de la rigueur qui est de

l'l'o7-.~recht. N° 64.

regle dans l'examen d'une teIle question, mais admettent

au contraire plus facilement l'exception lorsqu'il ne res-

sortirait pas du texte meme de l'acte de cautionnement

que la caution a eu son attention attiree, non seulement

sur les numeros des articles de la loi dont il est fait men-

tion, mais aussi sur le sens et la portee de ces dispositions,

c'est-a-dire sur les droits auxquels elle a et6 appelee a

renoncer.

En l'espece, l'acte de cautionnement se borne, il est

wai, a l'enumeration des articles de la loi au benefice

desquels le demandeur a declare renoncer. Mais rien

n'autorise a dire que le demandeur n'ait pas ete exacte-

ment renseigne sur la portee de cette renonciation. Aussi

bien, pas plus en premiere instance que devant le Tribunal

federal, n'a-t-il pretendu n'avoir pas ete au clair sur la

nature des droits auxquels il renon<;ait. L'eut-il fait que

sa double qualit6 de prepose a l'office des faillites et

d'avocat permettrait eneore d'elever de serieux doutes

sur le bien-fonde de cette exception.

V. PROZESSRECHT

PROCEDURE

64. Auszug aus d.em tl'rteil d.er I. Zivilabteilung

vom aso September 1935 i. S. Textilwerk Schürli A.-G.

gegen Cotonificio Va118 di SUIa S. .6..

Art. () 3 Z i f f. 2 00. Recht der Parteien zur "c h r i f t-

Li c he 11 Zu;.; a m m Cl n f a s;! 1.1 11 g ihrer miiwUichell Vor-

träge; V oraus8etzungen.

"Venn das Verfahren vor den kantonalen Gerichten

mündlich ist und über die für die Urteilsfällung massge-

benden Parteiverhandlungen nicht ein genaues Sitzungs-

protokoll geführt wird, so hat nach Art. 63 Ziff. 2 OG jede

384

Prozessrecht. N° 64.

Partei das R~ht, vor Schluss der kantonalen Gerichtsver-

handlung e4Ie Zusammenfassung ihrer mündlichen Vor-

träge zu den Akten zu legen. Der Sinn dieser Vorschrift

ist der, dass sich grundsätzlich alle massgebenden Begeh-

ren, Behauptungen, Beweisanträge und sonstigen Erklä-

rungen der Parteien entweder -

beim schriftlichen Ver-

fahren -

aus den Rechtsschriften oder -

beim münd-

lichen Verfahren -

aus den Sitzungsprotokollen ergeben

sollen; ist dies nicht der Fall, so greift Art. 63 Ziff. 2 OG

ein mit dem Rechte der Parteien, ihre Vorträge schriftlich

zusammenzufassen. Es kommt aber nicht, wie die Klä-

gerin anzunehmen scheint, allein darauf an, was in der

letzten Instanz geschieht, sondern entscheidend ist, wie

es vor den kantonalen Gerichten im gesamten Verfahren

überhaupt gehalten. wird, ob also der Prozesstoff, ein-

schliesslich aller erheblichen Parteivorbringen, in der

ersten und allenfalls in einer weitern Instanz gesammelt

und in den Akten festgehalten wird.

Nach dem thurgauischen Zivilprozessrecht wird der

ganze Prozesstoff in massgebender Weise vor dem erst-

instanzlichen Richter zusammengetragen. In den der

Berufung an das Bundesgericht unterliegenden Streit-

sachen beginnt der Prozess nach §§ 165 ff. der Zivilpro-

zessordnung vom 19. Oktober 1926 mit einem Schriften-

wechsel. Dann folgt die Hauptverhandlung, über die ein

Protokoll aufgenommen '!ird (§ 120). Dieses Protokoll

ist enthalten im Appellationsbrief der ersten Instanz,

S. 2 ff. In der zweiten Instanz sind neue Begehren, Be-

hauptungen usw. nur unter sehr beschränkten Voraus-

setzungen zulässig (§ 287); grundsätzlich muss alles in

der ersten Instanz vorgebracht werden. Unter diesen

Umständen ist, wie das Bundesgericht schon für die alte

thurgauische Zivilprozessordnung entschieden hatte (BGE

XXII S. 1292), Art. 63 Ziff. 2 OG nicht anwendbar. Der

in massgebender Weise vor dem erstinstanzlichen Richter

gesammelte Prozesstoff findet sich schriftlich niedergelegt

in den Rechtsschriftenund im Verhandlungsprotokoll.

l'rozessl'echt. N° 65.

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Fragen könnte man sich höchstens, ob für allfällige neue

Vorbringen in der zweiten Instanz, sofern darüber kein

Protokoll geführt wird, ein Recht zu schriftlicher Zusam-

menfassung anzuerkennen wäre. Das ist jedoch heute

llicht zu entscheiden, da solche neue Vorbringen von der

Klägerin nicht versucht und vom Obergericht auf jeden

Fall nicht zugelassen worden sind.

Die von der Klägerin eingereichte ZusammenfassUng

ist daher aus den Akten zu weisen.

65. Urteil der II. ZivUabteUung vom 14. Oktober 1938

i. S. Schärer gegen Schä.rer-Della Ca..

Überschreiten des Parteiantrages durch den kantonalen Richter

kann nicht durch Berufung an das Bundesgericht gerügt

werden; OG Art. 79 Abs. 3 u. Art. 85, BZPO Art. 4, ZGB

Art. 158.

Im Scheidungsurteil des Bezirksgerichtes Oberlandquart,

durch welches die Ehe der Parteien im Anschluss an die

gerichtliche Trennung auf Klage des Ehemannes hin ge-

stützt auf Art. 148 ZGB geschieden wurde, ist der Kläger

zur Leistung eines monatlichen Unterhaltsbeitrages an

die Beklagte verpflichtet worden. Er hat hiegegen die

Berufung an das Bundesgericht erklärt und u. a. geltend-

gemacht, die Vorinstanz habe der Beklagten etwas zuge-

sprochen, das diese selbst nicht verlangt habe. Das Bun-

desgericht hat diesen Einwand mit folgender Begründung

abgelehnt:

Trifft die Behauptung des Klägers zu, dass die Vorin-

stanz der Beklagten den monatlichen Unterhaltsbeitrag

von Fr. 30.- im Sinne von ZGB Art. 152 zugesprochen

hat, ohne dass die Beklagte selbst dies beantragt hatte,

so könnte dies im Berufungsverfahren vor dem Bundes-

gericht nur beanstandet werden, wenn sich das Verbot

des überschreitens der Parteianträge aus einem Grundsatz

des Bundeszivilrechtes ableiten liesse (OG Art. 57). Frei-