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63_III_44

BGE 63 III 44

Bundesgericht (BGE) · 1937-01-01 · Deutsch CH
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Sdmldbet.reibungs. und I{onkuJ'f;1'('.e.ht.. No 13.

13. Auszug aus dem Entsoheid vom a. April 1937

i. S.· Anglo Continentale 'l'reuhand A.-G.

Art. 272 SchKG.

Forderungen eines im Ausl ande wohnenden

A r res t s c h u I d n e r s gegen einen in der Schweiz woh·

nenden Dritten sind am Wohnsitz des Drittschuldners zu

arrestieren, gleichgültig ob dieser dort Vermögen hat und wo

er seine Geschäfte führt.

Dic Arrestierung solcher Forderungen durch ein örtlich unzustän-

diges Amt ist nur durch fristgereChte Beschwerde anfechtbar.

Art. 272 LP.

Les crea.nces d'un debiteur domicilie a l'etranger contre un tiers

domicilie en Suisse doivent etre sequestrees au domicile du

tiers, peu importe que celui-ci ait ou non des biens a cet endroit

et peu importe OU il exerce son activite.

Le sequestre de pareilles creances par un office incompetent

n'est attaquable que par voie de plainte formee dans le delai

legal.

Art. 272 LEF.

Orediti vantati da un debiWre oomiciliato aU' estero nei confronti

di un terzo domiciliato in Isvizzera vanno messi sotto sequestro

al domicilio di quest 'ultimo, anche se non vi si trovano beni,

o se questi esercita altrove la propria attivita.

Se il sequestro e pero stato eseguito da un ufficio incompetente,

pub soltanto esser annullato se e interposto reclamo in tempo

utile.

Der kantonalen Aufsichtsbehörde ist darin beizustim-

men, dass mangels eines schweizerischen Wohnsitzes der

Arrestschuldnerin ihre Guthaben gegen die in der Schweiz

domizilierte Finelektra als an deren Wohnsitz Aarau

gelegen zu gelten haben, gleichviel ob die Drittschuldnerin

dort Vermögen besitzt und wo sie ihre Geschäfte führt.

Dass aber das demzufolge zum Arrestvollzug unzuständige

Betreibungsamt Zürich I befugt sei, einen dennoch in

Zürich vollzogenen Arrest nach unbenutztem Ablauf der

Beschwerdefrist von Amtes wegen zu widerrufen, kann

nicht anerkannt werden. Freilich ist in BGE 56 III Nr. 57

ein anderswo als am Orte der gelegenen Sache vollzogener

Arrest als nichtig bezeichnet worden. Eine so strenge An-

Schuldbetreibungs. und Konkursrecht. N0 H.

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wendung der Zuständigkeitsnorm des Art. 272 SchKG

rechtfertigt sich jedoch mit Bezug auf die Arrestierung von

Forderungen eines i mAu s I a n d e w 0 h n end e n

Schuldners nicht. Abgesehen davon, dass sich vom « Ort))

einer Forderung nur im Sinne einer Fiktion sprechen lässt,

ist im Falle des Ausländer-Forderungsarrestes der Arrestort,

wie eingangs erwähnt, nicht durch den Wohnsitz des

Arrestschuldners und damit durch seinen ordentlichen

Betreibungsort, sondern durch den schweizerischen Wohn-

ort des Drittschuldners bestimmt. Daran, dass die Ar-

restierung nun durch das Betreibungsamt dieses und keines

andern Ortes vorgenommen werde, ist· nur der Arrest-

schuldner selbst (im Hinblick auf die am Orte der Arrest ...

legung gegen ihn anzuhebende Betreibung) interessiert.

Interessen eines weiteren Kreises seiner Gläubiger oder gar

der Allgemeinheit stehen hier nicht im Spiele, und es liegt

daher auch keine Veranlassung vor, einen durch ein ört-

lich unzuständiges Amt vollzogenen Arrest, der nicht

binnen der gesetzlichen Beschwerdefrist angefochten wor-

den ist, nachträglicher Aufhebung von Amtes wegen, sei

es durch das vollziehende Betreibungsamt selbst oder

durch eine Aufsichtsbehörde auszusetzen; wie denn das

Bundesgericht bereits entschieden hat, dass eine gegen

einen im Auslande wohnenden Schuldner am unrichtigen

Orte angehobene Betreibung bloss der Anfechtung durch

fristgerechte Beschwerde unterliegt (BGE 59 III Nr. I).

14. Arrit du aa avrll 1937 clans Ja. cause Be.

E:r:ecution jorcie entre tpou:r;. L'exception prevue A l'art. 176 aI. 2 Ce

au sujet des subsides dus par l'un des epoux A l'autre en vertu

d'nna deeision judiciaire doit ~tre etendue au profit des frais

de procedure faits en vue d'obtenir ces subsides.

Zwangsvollstreckung unter Ehegatten. Die

Bestimmung von Art. 176 Abs. 2 ZGB, wonach Zwangsvoll-

streckungnnter Ehegatten zulässig ist für gerichtlich zUgeSpro~

chene Beiträge, findet auch Anwendung auf die im Streit um

solche Beiträge entstandene Prozesskostenforderung.