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62_II_48

BGE 62 II 48

Bundesgericht (BGE) ·II · 1936-02-13 · Deutsch CH
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Sachverhalt

Mit Urteil des Amtsgerichtes Olten-Gösgen vom

20. November 1929 war die Ehe der Parteien aus Verschulden des Ehemannes geschieden .,"orden. Im Februar 1935 erhob dieser Klage auf Gewährung des Neuen Rechtes und neue Beurteilung des Scheidungsstreites im Sinne der Gutheissung seiner Scheidungsklage; eventuell verlangte er Abänderung des Scheidungsurteils von 1929 bezüglich der Elternrechte und der Unterhaltsbeiträge gemäsi! Art. 157 ZGR. Vor Obergericht wurde das Eventualbegehren nicht mehr aufrechterhalten, es lag also nur noch das Neurechtsbegehren im Streite. Mit Urteil vom 19. November 1935 hat das Obergericht des Kant{)ns Solothurn dasselbe abgewiesen gestützt auf § 57 des solothurniscben EG zum ZGB, wonach im Ehescheidungsprozess das Rechtsmittel des Neuen Rechtes ausnahmslos ausgeschlos- Prozessrecht. N0 15. 49 sen sei, für das übrigens auch die formellen Voraussetzungen gemäss § 224 ZPO nicht gegeben seien. B. - Gegen dieses Urteil richtet sich die vorliegende Berufung des Neurechtsklägers mit dem Antrag auf Gutheissung des Neurechtsbegehrens.

Dispositiv
  1. Auf die Berufung wird nicht eingetreten.
Volltext (verifizierbarer Originaltext)

14. Urteü der II. Zivila.bteilung vom 13. Februar 1936

i. S. Grenacher gegen Eunz.

Art. 56, 57 OG. Gegen ein die Klage auf Gewährung des Neutlll

Rechts gemäss kantonalem Prozessrecht abweisendes Urteil

ist die Berufung ans Bundesgerieht nicht gegeben.

A. -

Mit Urteil des Amtsgerichtes Olten-Gösgen vom

20. November 1929 war die Ehe der Parteien aus Verschulden des Ehemannes geschieden .,"orden. Im Februar

1935 erhob dieser Klage auf Gewährung des Neuen Rechtes

und neue Beurteilung des Scheidungsstreites im Sinne der

Gutheissung seiner Scheidungsklage; eventuell verlangte

er Abänderung des Scheidungsurteils von 1929 bezüglich

der Elternrechte und der Unterhaltsbeiträge gemäsi!

Art. 157 ZGR. Vor Obergericht wurde das Eventualbegehren nicht mehr aufrechterhalten, es lag also nur noch

das Neurechtsbegehren im Streite. Mit Urteil vom 19. November 1935 hat das Obergericht des Kant{)ns Solothurn

dasselbe abgewiesen gestützt auf § 57 des solothurniscben

EG zum ZGB, wonach im Ehescheidungsprozess das

Rechtsmittel des Neuen Rechtes ausnahmslos ausgeschlos-

Prozessrecht. N0 15.

49

sen sei, für das übrigens auch die formellen Voraussetzungen gemäss § 224 ZPO nicht gegeben seien.

B. -

Gegen dieses Urteil richtet sich die vorliegende

Berufung des Neurechtsklägers mit dem Antrag auf

Gutheissung des Neurechtsbegehrens.

Das Bundesgericht zieht in Erwägung :

Das Begehren um Neues Recht ist ein Begehren um

Wiederaufnahme einer durch rechtskräftig gewordenes

Urteil erledigten Sache. Ob und unter welchen Voraussetzungen es von einer kantonalen Instanz zu gewähren

sei, . ist eine Frage des kantonalen Prozessrechtes. Gestützt auf das kantonale EG zum ZGB und die kantonale

ZPO hat es die Vorinstanz abgewiesen. Es handelt sich

somit ausschllesslich um die Anwendung kantonalen

Rechtes. Die Berufung ans Bundesgericht ist aber nur

wegen Verletzung von Bundesrecht gegeben (Art. 56, 57

OG).

Demnach erkennt das Bundesgericht :

Auf die Berufung wird nicht eingetreten.