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44 Schuldbetreibungs- und Konkursrecht. No 13. (56 In Nr. 35) sind beide Wege als möglich erklärt worden. Da es sich hier jedoch nicht um di~ Fortsetzung, sondern um die Anhebl1I1g der Betreibung handelt, liegt eine zwin- gende Veranlassung für das Betreibungsamt, von sich aus den Entscheid der Handelsregisterbehörden zu provo- zieren, nicht vor. Es ist berechtigt, solange eine Eintra- gung nicht erfolgt ist, die Wechselbetreibung überhaupt abzulehnen (vgl. J.AEGER, zu Art. 39, N. 14). Demnach erkennt die SchUldbetr.- u. Konkurskammer : Der Rekurs wird abgewiesen.
13. Entscheid vom 90. März 1935 i. S. Staeger. Ein G r a b s t ein, selbst wenn mit eingelassener Inschrift und Photographie versehen und auf dem Grabe aufgestellt, fällt nicht unter Art. 92 SchKG und bleibt pfändbar vorbe- hältlich entgegenstehender öffentlichrechtlicher Vorschriften des Kantons oder der Gemeinde. La monument funeraire erige snr une tombe ne benMicie pas de la restriction instituee par l'art. 92 LP, meme lorsqu'il porte une inscription et la photographie du defunt ; il est donc saisissable, sauf si une disposition de droit public, edictee par le canton ou Ja commune, s'y oppose. Un monumento funehre eretto sn una tomba non gode 001 beneficio dell'art. 92 LEF anche se sn di esso eineiso un epitaffio ed ineastrata una fotografia. Se non vi ostano delle prescrizioni di diritto pubblico deI cantone 0 deI comune il monumento e quindi pignorabile. Dem Rekurrenten wurde der auf dem Grabe seines Vaters stehende, auf 150 Fr. geschätzte Grabstein, der ein- gemeisselt bezw. eingelassen Namen und Bild des Ver- storbenen aufweist, auf ausdrückliches Begehren des Lie- feranten für seine Werklohnforderung von 463 Fr. 80 Ots. gepfändet. Hiegegen beschwerte sich der Schuldner mit der Begründung, der Grabstein sei zufolge Inschrift und Bild unverwertbar und daher unpfändbar; eine zwangsweise Wegnahme bezw. Versteigerung an seinem Schllldbetreibungs- und Konknrarecht. No 13. 45 Standorte wäre als Grabschändung und Friedhofstörung polizeiwidrig; die Aufzählung der unpfändbaren Gegen- stände in Art. 92 SchKG sei keine erschöpfende. Die Vorinstanz wies die Beschwerde ab, indem sie ausführt, dass ein Grabstein weder unter den Begriff Kultusgegen- stand noch unter eine andere Ziffer des Art. 92 falle und dass der Pfändung keine kantonalen Vorschriften über das Begräbniswesen entgegenstehen. Mit Rekurs an das Bundesgericht wiederholt der Schuldner seine vorinstanz- lichen Vorbringen. Die Schuldbetreibungs- und Konkurskammer zieht in Erwägung : Wie das Bundesgericht in dem zitierten Entscheide (BGE 30 I S. 168) ausgesprochen hat, ist ein Grabstein kein Kultusgegenstand, da er dem Gottesdienste weder als Mittel zur Vornahme gottesdienstlicher Handlungen noch als Gegenstand religiöser Verehrung dient, sondern lediglich ein Ausdruck der Pietät gegenüber dem Verstor- benen ist. In eine andere der in Art. 92 SchKG als un- pfändbar bezeichneten Sachkategorien kann er nicht ein- gereiht werden. Eine anderweitige, der deutschen ähn- liche Bestimmung, wonach die zur Verwendung bei der Bestattung bestimmten Gegenstände von der Pfändung auszunehmen sind, kennt die Bundesgesetzgebungnicht. Ein Grabstein bleibt offenbar im Eigentum desjenigen, der ihn hat aufstellen lassen. Dieser behält, sofern nicht das öffentliche Recht einschränkende Bestimmungen auf- stellt, das Verfügungsrecht darüber. Kann er auch ohne die ausdrückliche Zustimmung der Polizeibehörden vom Eigentümer wieder weggenommen werden, so muss er auch gepfändet werden können, da er trotz der darauf ange- brachten Inschrift einen objektiven Wert repräsentieren kann. Auch eine eingelassene Photographie des VerstOr- benen macht ihn nicht zu einem unverwertbaren Gegen- stand, da sie ebenso wie die Schrift daraus entfernt werden kann.
46 Sehuldbetreibungs. und Konkursrecht. No 14. Das Unbefriedigende dieses Rechtszustandes können die Kantone und Gemeinden dadurch verhindern, dass sie die Verfügung· über die einmal aufgestellten Grabsteine für sich beanspruchen. Ob dies für den Kanton Bern bezw. die Gemeinde Bözingen der Fall ist, kann das Bundes- gericht, das nur die Anwendung des Bundesrechts zu überprüfen hat, nicht untersuchen; die Vorinstanz ver- neint es und daher muss es bei der Pfändung sein Bewenden haben. Derageraä8s erkennt die Bchuldbet1·.- u. Konkurskararaer : Der Rekurs wird abgewiesen.
14. Arret du 21 mars 1935 dans la cause Excoffier. Procßdure de plainte. Le representant dont les pouvoirs sont contestes doit etre inviM a en justifier. Jusque-Ia, ses procedes ne peuvent etre declares irreeevables faute .de proeuration. Beschwerdeverfahren. Der Vertreter, dessen Vertre- tungsbefugnis bestritten wird, muss aufgefordert werden, sieh darüber auszuweisen. Bis dahin darf das Eintreten auf seine Reehtsvorkehren nicht mangels Vollmaeht abgelehnt werden. Ove Ia veste deI rappresentante sm eontestata, questi deve essere invitato a giustifiearla. Nel frattempo i suoi provvedimenti non possono essere diehiarati irrieevibili per maneanza di proeura. Par acte du 21 janvier 1933, l'avocat Graber, a Lau- sanne, disant agir au nom de Dame Excoffier debitrice, a Geneve, a declare recourir a l'autorite cantonale vau- doise contre une decision rendue par l'autorite inferieure. Par prononce du 15 fevrier 1935, l'autorite cantonale a ecarte le recours prejudiciellement, l'avocat Graber n'ayant pas justifie de ses pouvoirs de representation. Par acte depose en temps utile, l'avocat Graber a recouru au Tribunal federal, en concluant a ce qu'illui plaise dire que le recours adresse a l'autorite cantonale le 21 janvier 1935 est recevable a la forme, et renvoyer la cause a ladite autorite pour statuer sur le fond. Il a produit une procuration signee par Dame Excoffier. Schuldbetreibungs. und Konkursrecht. No 15. 47 Gonsiderant en droit : Il est de jurisprudence constante que, dans la procedure de plainte en matiere de poursuite et de faillite, la plainte et le recours deposes par un representant ne peuvent etre declares d'embIee irrecevables faute de procuration. Le representant dont les pouvoirs sont contestes doit simple- ment etre invite a en justifier (JAEGER, n. 2 ad art. 17, ed. fran"., p. 35). Les dispositions divergentes des lois cantonales doivent etre considerees comme contraires au droit federal. En l'espece, Me Graber a produit devant le Tribunal federal une procuration signee par Dame J. Excoffier, procuration qui ne saurait etre declaree insuffisante au point de vue de la loi federale. La Ghambre des poursuites et des faillites prononce : Le recours est admis. La decision dont est recours est annulee, et l'affaire est renvoyee a I'Autorite cantonale pour qu'elle statue sur Ie fond.
15. Arret du 27 mars 1935 dans la cause Mmschler. Le chauffeur de taxi etabli pour son propre compte, avec une seule voiture, exeree une profession et n'exploite pas une entreprise. Cette voiture est insaisissable en vertu de l'art. 92 N° 3 LP. (Changement de jurisprudence). Unp f ä n d bar k e i t des einzigen Automobils des seinen Beruf auf eigene Rechnung ausübenden Taxi-Chauffeurs. Art. 92 Ziff. 3 SchKG (Änderung der Reehtssprechung). Non e pignorabile l'uniea automobile di un autista ehe esercita per proprio conto il mestiere di eonducente d'una automobile pubbliea. Art. 92 eifra 3 LEF (eambiamento della giurispru- denza). Dans la serie N° 3664, I'office des poursuites de Geneve a saisi divers objets au prejudice d'Albert Mreschier. Au cours de cette operation, une automobile Citroen 13 HP, dont le debiteur se sert pour exercersa profession de chauf- AS 61 III - 1935 4,