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Pfandnachlassverfahren. N0 25.
Demnach erkennt die Schuldbetr.- u. Konkurskammer :
Rekursantrag 3 wird begründet erklärt und Disposi-
tiv 3 des Entscheides des Amtsgerichtspräsidenten von
Luzern-Land vom 20. Januar 1933 aufgehoben.
Im
übrigen wird der Rekurs abgewiesen.
Lang Druck AG 3000 Bern (Schweiz)
1. SchuldheLreihungs- und Konkursrecht.
PoursuiLe et Faillite.
I. ENTSCHEIDUNGEN DER SCHULD-
BETREmUNGS· UND KONKURSKAMMER
ARR:mTS DE LA CHAMBRE DES POURSUITES
ET DES FAILLITES
26. Entscheid vom S. April19SS i. S. Zürrer.
Ein gestützt auf einen Ver 1 u s t s ehe in binnen 6 Monaten
seit dessen Ausstellung erwirkter Ar res t muss durch neues
Betreibungsbegehren pro s e q u i e r t
werden.
Art. 271,
278 SchKG.
Auch eine noch so geringe Kap i tal f 0 r der u n gau s
(prämienfreier) Leb e n sv ers ich e r un g
ist
un be-
sc h r ä n k t
P f ä nd bar, selbst wenn die Prämien seiner-
zeit aus Arbeitslohn bezahlt worden sind. Art. 93 SchKG.
Le sequestre obtenu en vertu d 'un acre de defaut de biens dans las
six mois des 180 delivrance de cet acte doit etre suivi d'une nou-
velle requisition da poursuite. Art. 271 et 278 LP.
La creanca de capital, fut-elle minima, en raison d'une assuranee
sur la vie (liberoo de primes) ast saisissable en entier, mame si,
a l'epoque, las primes ont sM paoyoos au moyen d'un salaire.
Art. 93 LP.
11 sequestro ottenuto in virtil d'un attestato di carenza di beni,
entro i sei mesi dal ricevimento di tale attestato, deve assere
seguito da una nuova domanda d'esecuzione. (Art. 271 a 278
LEF.)
Per quanto sm esiguo, un credito per capitali derivante da una
assicurazione sulla vita (libera di premi) e pignorabile in
intero, anche se a suo tempo i premi vennero pagati grazie
ad un salario. (Art. 93 LEF.)
AS 59 III -
1933
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Schuldbetreibungs- und KonJmrsrecht. N° 26.
A. -
Die Rekurrentin ist im Besitz eines Verlustscheines
des Betreibungsamtes Schaffhausen vom 20. Dezember
1932 gegen ihren in Neuhausen wohnenden geschiedenen
Ehemann, der gegenwärtig arbeitslos ist. Gestützt auf
diesen Verlustschein erwirkte sie am 3./4. Januar 1933
bei der Arrestbehörde Schaffhausen einen Arrest auf ein
Guthaben ihres geschiedenen Ehemannes gegenüber der
Patria, Schweiz. Lebensversicherungsgesellschaft, im Be-
trage von 173 Fr., nämlich die fällig gewordene Versi-
cherungssumme aus einer prämienfreien gemischten Le-
bensversicherung. Dagegen blieb das einige Tage später
gestellte Begehren um Pfandung dieses inzwischen vom
Betreibungsamt Schaffhausen eingezogenen Guthabens
aus dem Grund erfolglos, dass es dem erwerbslosen
Schuldner zur Bestreitung seines Lebensunterhaltes be-
lassen werden müsse.
B. -
Hiegegen richtet sich die vorliegende, nach Ab-
weisung durch die kantonale Aufsichtsbehörde an das
Bundesgericht weitergezogene Beschwerde.
Die Schuldbetreibungs- und Konkurskammer
zieht in Erwägung:
Wer in den letzten sechs Monaten einen Verlustschein
erhalten hat, kann die Betreibung ohne neuen Zahlungs-
befehl fortsetzen und daher, sofern der Schuldner nicht
etwa inzwischen im Handelsregister eingetragen worden
ist, irgendwo in der Schweiz gelegenes Vermögen desselben,
nötigenfalls auf dem Requisitionswege, pfänden lassen.
Den Verlustschein als Arrestgrund zu benützen, bietet ihm
demgegenüber nur den Vorteil, dass die Beschlagnahme
sofort, nicht erst nach ein paar Tagen, und zudem ohne
vorherige Anzeige an den Schuldner erfolgt. Will er sich
diesen Vorteil des Arrestes zu Nutze machen, so muss er
aber auch den Nachteil auf sich nehmen, dass Art. 278
Abs. 1 SchKG den Arrestgläubiger anhält, binnen zehn
Tagen nach der Zustellung der Arresturkunde die Betrei-
bung anzuheben, m.a.W. er kann nur entweder die Be-
Schuldbetreibungs. und I{onkursrecht. 1\0 26.
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treibung durch Pfändungsbegehren ohn.e neuen Zahlungs-
befehl fortsetzen oder aber einen Arrest herausnehmen und
diesen dann durch einen neuen Zahlungsbefehl prose-
quieren; insbesondere ist er von letzterem nicht etwa
deswegen entbunden, weil die Nachwirkung des Verlust-
scheines aus der früheren Betreibung diese als noch bezw.
bereits anhängige Betreibung im Sinne der zitierten Vor-
schrift erscheinen liesse, in welchem Falle keine Prose-
quierung des Arrestes vorgeschrieben ist und daher das
Betreibungsamt eines vom Wohnort verschiedenen Arrest-
ortes im ungewissen bleibt, ob der Arrest mangels Prose-
quierung dahingefallen sei oder nicht, was nicht gerade als
zweckmässig zu erachten ist. Hievon abgesehen darf in
dem der Arrestierung auf dem Fusse folgenden, am
gleichen Orte gestellten Pfändungsbegehren ein mit dem
Pfändungsvollzug wirksam werdender Verzicht auf die
Rechtswirkungen des Arrestes gesehen werden, dessen
Nutzen unter Umständen wie den hier vorliegenden von
Anfang an nicht leicht ersichtlich war und der jedenfalls
infolge des Pfändungsvollzuges nachträglich absolut nutz-
los geworden ist. Unter beiden Gesichtspunkten ist daher
das vorliegende Pfändungsverfahren ganz unabhängig vom
vorausgegangenen Arrestverfahren zu betrachten, m.a.W.
das Betreibungsamt wurde dadurch, dass der Schuldner
sich dem Arrestvollzug unterzogen und keine Unpfänd-
barkeitsbeschwerde dagegen geführt hatte, nicht gehindert,
nachträglich den Pfändungsvollzug wegen Unpfändbarkeit
zu verweigern. Dagegen kann diese Massnahme nicht ge-
billigt werden, weil weder der Umwandlungs- noch der
Rückkaufswert einer Lebensversicherung, und mögen sie
noch so gering sein, dem Art. 93 SchKG subsumiert werden
können. Insbesondere geht es nicht an, eine Kapitalver-
sicherungssumme deswegen als unpfandbar zu erklären,
weil sogar eine ebenso grosse blosse Rentenleistung un-
pfändbar wäre. Dass der Schuldner die Versicherungs-
prämien seinerzeit aus Arbeitslohn bezahlt habe, ist eine
nicht weiter belegte einseitige Parteibehauptung desselben,
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Schuldbetreibungs- und Konkursrecht. No 27.
der gegenüber die Frage aufgeworfen zu werden verdient,
ob er nicht ebensowohl das durchgebrachte Frauengut,
für welches die Rekurrentin die vorliegende Betreibung
führt, dafür verwendet haben könne. Will dies aber auch
angenommen werden, so würde es sich gegenwärtig um
längst ersparten Lohn handeln. Unpfändbar ist aber
gemäss Art. 93 SchKG nur ein « Lohnguthaben », wozu
freilich der bereits ausbezahlte Lohn ebenfalls zu rechnen
ist, soweit er dem Schuldner und seiner Familie unum-
gänglich notwendig ist, was aber gerade nicht zutrifft für
Lohn, den sich der Schuldner hat ersparen können. Viel-
mehr ist ersparter Lohn nur insoweit unpfandbar, als er
zum Erwerbe von Alterspensionen bezw Renten von
Versicherungs- und Altersklassen verwendet worden ist,
woraus sich das von der Vorinstanz angeführte Präjudiz
in BGE 53 III S. 74 erklärt.
Demnach erkennt die Schuldbetr.- u. Konkurskammer :
Der Rekurs wird begründet erklärt und das Betreibungs-
amt angewiesen, die verlangte Pfandung zu vollziehen.
27. ArrOt du 25 avrn 1933 dans la causa X.
Art. 93 LP. Duree d'une saisie de salaire.
La part fixe prelevee chaque ~ois par l'un des asSOCillS sur les
recettes d'un bureau d'avocat et de notaire exploite en commun
avec un tiers peut, au point de vue de la saisie, etre assimiIee
a un salaire.
Si, a l'expiration d'une annee, le debiteur saisi demande a pouvoir
continuer ses versements en mains de l'office, ce dernier doit
maintenir la saisie pour une nouvelle periode d 'un an.
Art. 93 SchKG. Dauer einer Lohnpfändung.
Das Fixum, das ein Teilhaber eines von Mehreren betriebenen
Advokatur- und Notariatsbureaus monatlich aus den Ein-
nahmen des Bureaus bezieht, kann vom Standpunkt des
Betreibungsrechtes aus als Lohn im Sinn von Art. 93 behandelt
werden.
Schuldbetreibungs und Konkursrecht. No 27.
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Will der betriebene Schuldner nach Ablauf eines Jahres seit der
Pfändung die Zahlungen an das Betreibungsamt fortsetzen,
so muss das letztere die Lohnpfändung für ein weiteres Jahr
aufrechterhalten.
Art. 93 LEF. Durata di un pig'IWramento.
La parte fissa prelevata ogni mese da un socio suIle entrate d'uno
studio d'avvocatura e di notariato condotto in comune con un
terzo pUD essere assimilata, per quanto riguarda il pignora-
mento, ad un salario.
Qualora, spirato l'anno, il debitore contro cui fu diretto il pigno-
ramento, chieda di poter continuare i suoi versamenti all'ufficio
esecuzioni, quest 'ultimo deve rnantenere il pignoramento per
un nuovo periodo di un anno.
Le recourant exerce les professions d'avocat et de
notaire en collaboration avec un tiers.
Le 25 fevrier 1932, a la requete de divers creanciers qui
le poursuivaient en qualiM de caution, il a eM saisi a son
prejudice une somme de 300 francs sur les 700 francs
« touches mensuellement par lui» sur les recettes de
l'etude.
Le debiteur averse rogulierement cette somme jusqu'en
janvier 1933. Le 26 de ce mois, il a offert au propose de
continuer ses versements. Le prepose lui a repondu qu'une
saisie de salaire ne pouvait deployer ses effets que pendant
douze mois et qu'il etait des lors oblige de d6livrer des
actes de defaut de biens aux creanciers.
Le debiteur ayant porte plainte contre cette decision
a l'autoriM inferieure de surveillance, celle-ci a admis la
plainte et dit qu'il y a vait lieu de maintenir la saisie pour
une nouvelle periode d'une annee.
Sur recours des creanciers, l'autoriM superieure de
surveillance a annule la decision de l'autoriM inferieure
et dit qu'il y avait lieu de delivrer des actes de defaut de
biens aux creanciers.
Le debiteur a recouru contre la decision de l'autoriM
supeneure a la Chambre des Poursuites et des Faillites
du Tribunal federal en reprenant les conclusions de sa
plainte.