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58_III_60

BGE 58 III 60

Bundesgericht (BGE) · 1932-02-06 · Deutsch CH
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6i)

gültig ist. erweist sich endlich auch die Berufung deI'

Rekurrenten auf Art. 14-;') on. all'nn behelHich, sodass

dahinge8tellt bleiben km1l1. oll dieKc Bestimmung über-

haupt auf den Fall einer Soii(h,-hürg;;ehnft anwendbar lHt.

Denwadi erkennt die SchIl7dbc{i'.- n. f{rml.·ul'sLYml'll/('-I':

Der Rekm':" wird abgewiesen.

II. URTEILE DER ZIVILABTEILUNGEN

ARRETS DES SEUl'IONS CIVILES

15. Auszug aus dem Urteil der 11. Zivllabtellung

vom a6. Februar 1932 i. S. Firth

gegen Eidgenössische Versicherungs-A.-G. u. Konsorten.

D r i t t ans p r ach e n

können in dem während der Dauer

eines Arrestes oder einer Pfändung über den Schuldner ausge-

brochenen K 0 n kur s e auch noch geltend gemacht werden,

wenn sie gegenüber dem Arrest- hezw. Pfändungsgläubiger

verwirkt waren. Art. 199, 106/9, 242 u. 244 ff. SchKG.

Dans la faillite prononcee pendacnt la dUrl3e d 'nn sequestre on

d'nne saisie frappant des biens du debiteur, les tiers peuvent

faire valoir leurs droits meme s'ils n'ont pas agi a temps a

rencontre du creancier sequestrant Oll saisissant. Art. 199,

106 a 109, 242 et 244 et sniv. L.P.

In 1m fallimento aperto in pendenza d'lL"l sequestro 0 di un pigno-

ramento sui beni deI faUito, i terzi possono far valere i loro

diritti anche se nOll hanno agito tem_pestivamente llei riguardi

deI creditore seqnestrante 0 pignorant.e. Art. 199, 106 a 109,

242 e 244 e seg. LEF.

Drittansprachen können in dem während der Dauer

eines Arrestes oder einer Pfändung über den Schuldner

ausgebrochenen Konkurse an arrestierten bezw. gepfän-

deten Gegenständen nach :richtiger Auffassung auch dann

noch geltend gemacht, .. erden, wenn sie gegenüber dem

KdntldhctrcibullP:R- und Konlmr:3l'(}(,ht (Zivill1hteilullgcn). Xo 15.

GI

Arrest bezw. der Pfändung infolge unbenützten Verstrei-

chenlassens der Anmelde- oder Klagefrist verwirkt waren.

Die frühere bundesgerichtliche Rechtsprechung stand

allerdings mit einer Ausnahme (BGE 32 II S. 752 = Sep.-A.

IX S. 411) auf dem gegenteiligen Standpunkte, indem sie

davon ausging, dass die Konkursmasse gemäss Art. 199

1'3chKG schlechtweg in die Rechte der Arrest-

bezw.

Pfändungsgläubiger sukzediere (BGE 32 II S. 136; vgl.

auch BGE 22 S. 704; 24 I S. 399 NI'. 73 i. f. = Sep.-A. I

S. 131 NI'. 36 i. f.; 29 I S. HO =

Sep.-A. VI S. 44;

34 II S. 392 Erw. 2 = Sep.-A. XI S. 141 Erw. 2). Allein

diese Auslegung von Art. 199 SchKG ist in BGE 51 III

S. 140 bereits hinsichtlich der Kompetenzansprüche des

Schuldners wieder aufgegeben worden.

Sie kann auch

mit Bezug auf die Ansprüche Dritter nicht aufrecht

erhalten werden. Dass die Konkursmasse in das Arrest-

bezw. Pfändungsbeschlagsrecht eintritt, muss wohl gerade

auf Grund von Art. 277 SchKG, wo die Sicherheitsleistung

auch zu ihren Gunsten vorgeschrieben ist, angenommen

werden. Das kann aber nur insoweit gelten, als auf Seiten

der Verpflichteten dem Übergang nicht berechtigte

Interessen entgegenstehen.

Und bei Drittansprachen

würde es sich ebensowenig ",ie bei Kompetenzansprüchen

rechtfertigen, die gegenüber dem Arrest bezw. der Pfän-

dung eingetretene Verwirkung auch der Konkursmasse

zugutekommen zu lassen; denn es ist ja hier wie dort

möglich, dass gegenüber dem Arrest- oder Pfändungs-

gläubiger auf die Ansprache aus Gründen verzichtet

wurde, die nicht auch im Verhältnis zur Konkursmasse

zutreffen. Die Ansprachen müssen daher im Konkurse

billigerweise neuerdings geltend gemacht werden können.