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57_I_207

BGE 57 I 207

Bundesgericht (BGE) · 1931-01-01 · Deutsch CH
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Staa.tsreeht.

qualite d'une partie. Sans doute le president de r office da

contröle n'est-il pas nomme pour chaque cas puticulier;

il fonctionne pour tous les eas qui se presentera.ient pendant

dem: ans. Mais il est nomme par 1e eomite centml et non pa.r

une autorite en dehors de la FMeration. Quant aux deux

autres membres de l'office, non seulement l'un d'entre eux

est designe par le bureau du comite central, mais tous deux

« doivent etre choisis parmi les mem bres du comite oontral

et leurs suppleants» (art. 28). On voit donc que meme

l'ineulpe n'est pas libre dans SOll choix et qu'en definitive

l'office de contröle est une emanation du comite central, tant

par le mode de sanomination que par la limitation du ehoix

de ses membres. Le seul bit qua le president n'appartient

pas necessairement a la F. H. ne suffit pas pour liransformer

l'office de contröle -. organe corporatif -- en tribunal

arbitral neutre et independant, ni ses decisions en jugements

executoires au sens de l'art. 81 LP.

5. -

Le President du Tribunal de Neuehä.tel ~ done eu

raison de refuser la main-Ievee de ]' opposition.

Il est indifferent a eet egard qua l'intime ait designe sans

protester I'un des membres de l'office de contröle. En ce

faisant, il s'est borne a contribuer a la constitution d'un

organe statutaire, mais il n'a point reconnu que la decision

qui serait rendue devrait etre. assimilee a un jugement

arbitral proprement dit, sans recours possible aux tribunaux

en cas de eontestation.

TI est egalement sans importance que la decision de I'office

de contröle aurait pu etre deferee au « tribunal arbitral »

prevu par l'art. 32 des statuts (et il n'est pas necessaire de

resoudre ici la question discutable de savoir si la seule

facuIM de recourir a une autoriM superieure eonstituee

conformement aux exigences susenoncees suffirait pour

conferer force executoire a la decision de l'organe sodal dans

le cas ou I'interesse renoncerait aen rappeIer acette autoriM).

En effet, le mode de designation du tribunal arbitral de la

F. H. donne aussi une influence preponderante a la Federa-

tion, car, sur cinq membres, dem: doivent faire partie du

Eigentumsgarantie. N° 31.

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comite central et sont nommes par Iui, et un troisieme est

designe par Ia Federation, soit par son comite central,

lorsqu'elle est partie au litige (art. 22 et 29 des statuts).

L'equilibre est donc rompu en faveur de l'association.

Enfin, i1 importe peu que le juge de main-Ievee et Ia cour

de cassation cantonale se soient fondes sur d'autres motifs.

La question de la force executoire d'un jugement doit etre

examinee d'office, car elle est d'ordre public.

Il est des Iors superflu d'examiner les autres questions

soulevees par les parties.

Par ces motijs, le Tribunal fliteral

rejette le recours.

VI. EIGENTUMSGARANTIE

GARANTIE DE LA PROPRLErE

31. Urteil vom 27.Juni 1931 i. S. Soherer

gegen Regierungsra.t des Ka.ntons Solothurn.

1. Eigentum'3garantie (Art. 15 sol. KY) schLitzt aUe vermögens-

werten Privatrechte. Erw. 1.

-

auch die durch einseitigen öffentlich-rechtlichen

Akt

begründeten Rechte, sofern sie zur Zeit. der Schaffung der

Eigentumsgara.ntie unter den Privatrechten mitverstanden

werden wollten: Erw. 1.

Die Eigelltumsgarantie wird nur durch sold.e behördliehe

Eingriffe verletzt, denen eine gesetzlich::; Grundlsge fehlt,:

Erw.2.

-

ist eine gesetzliche Grundl&ge vorhanden, so fragt sieh nur,

ob der angefochtene Eingriff auf willkürlicher Auslegung

dieser gesetzlichen Bestimmungen beruhe oder ob diese

Bestimmungen in der ihnen gegebenen Amdegung e.nder-

weitig ein verfassungsmassiges Recht verletzen: Erw. 2.

2. Art. 6 und 702 ZGB : Kompetenzen der Kantone: Erw 2.

A. -

Auf dem Friedhof der St. Niklauskirchgemeinde

in Solothurn, an der Nordwestecke der Kirche, befindet

208

Staatsrecht.

sich die Grabstätte des Schriftstellers Charles Sealsfield,

mit einer Grabplatte und einer an der Kirchenmauer

angebrachten Marmorplatte, beide mit entsprechenden

Inschriften. Diese. Grabstätte ist am 18. Januar 1905

von der Kirchgemeinde St. Niklaus auf vierzig Jahre an

die Töpfergesellschaft verpachtet worden.

(Nach § 11

des Gemeindefriedhofreglements werden die Grabstätten

nach vierzig Jahren zu neuer Verwendung aufgehoben,

sofern sie nicht gegen Entrichtung der entsprechenden

Gebühr für weitere vierzig Jahre bestehen gelassen

werden.)

In der Folge verpachtete die Kirchgemeinde St. Niklaus

den Grabplatz Charles Sealsfield mit Zustimmung der

Töpfergesellschaft an den Rekurrenten, und verpflichtete

sich dafür, einen bestimmten andern Platz als Grabstätte

für Sealsfield zu reservieren. Das kantonale Erziehungs-

departement erhob aber Einspruch dagegen,. und am

9. März 1931 verfügte der Regierungsrat des Kantons

Solothurn:

{(1. Die Grabstätte von Charles Sealsfield auf dem

Kirchhof St. Niklaus, die an der nordwestlichen Ecke der

Kirchenmauer an die Kirche anstösst, wird im Sinne von

§ 276 des EG zum ZGB vom 10. Dezember 1911 gegen

jede Veränderung oder Verlegung als historische Urkunde

für schutzwfudig erklärt.

» Die Bestimmung über. die periodische Ausgrabung der

Gräber oder über die Verpachtung besonderer Grab-

stätten und andere analoge Bestimmungen, wie sie im

gegenwärtigen Fried..hofreglement St. Niklaus vom 2. April

1905 festgelegt sind, oder in spätern Reglementen noch

festgelegt werden, haben somit für die· Grabstätte von

Charles Sealsfield keine Gültigkeit.

»2. Der zwischen der Kirchgemeinde St. Niklaus und

Herrn Hermann Scherer abgeschlossene Pachtvertrag

über diese Grabstätte und die gestützt hierauf getroffene

Abmachung zwischen der Kirchgemeinde St. Niklaus und

der Töpfergesellschaft vom 28. April 1928 sind in der

Eigentumsgarantie. N0 31.

2119

Folge gemäss § 278 des Einführungsgesetzes vom 10.

Dezember 1911 nichtig. »

B. -

Gegen diesen am 18. März 1931 zugestellten

Regierungsratsbeschluss erhebt der Rekurrent am 11.

A~~ 1931 staatsrechtliche Beschwerde. Er macht geltend:

Die m Art. 702 ZGB und in § 276 EG zum ZGn um-

schriebenen Voraussetzungen für die öffentIichrechtliche

Einschränkung des Eigentums seien hier nicht erfüllt.

~enn .die in § 276 EG aufgezählten Fälle mögHcher

offenthchrechtlicher Verfügungs beschränkungen bedeute-

ten eine abschliessende Ausübung der in Art. 702 ZGB

den Kantonen erteilte Kompt'ltenz, und der Regierungsrat

habe deshalb die Grab~tätte Sealsfield nur unter einem

in § 276 EG aufgezählten Gesichtspunkte (Altertum,

Kunstgegenstand, historische Urkunde) schützen können.

Als Altertum oder als Kunstgegenstand faHe nun die

Grabstätte Sealsfield von vorne herein ausser Betracht.

Aber auch als historische Urkunde könne sie ohne Willkür

nicht -

wie der Regierungsrat es getan habe -

behandelt

werden.

Doch selbst wenn die Grabstätte als solche

behandelt werden könnte, würde ihre Erhaltung nicht im

allgemeinen Wohl begründet sein. Sealsfield habe wohl

einige Bedeutung als Verfasser von Abenteuerromanen

aber Weltruf besitze er deswegen noch nicht; und sein~

national-schweizerische Bedeutung sei gleich null.

Im

übrigen werde die Grabstätte Sealsfield nicht beseitigt,

sondern nur an eine andere Stelle verlegt, was sich ent-

gegen der Ansicht' des Regierungsrates wohl bewerk-

stelligen lasse.

Das Bundesgericht zieht in Er-wäg'ung :

1. -

Art. 15 sol. KV gewährleistet die wohlerworbenen 'I

Privatrechte. Unter den Privatrechten sind dabei nach

der Rechtsprechung des Bundesgerichtes im Gebiete der!

Eigentumsgarantie nicht nur die dinglichen, sondern alle I.

vermögenswerten Privatrechte zu verstehen (BGE 35 I I'

S. 571; 28 I 181 Erw. 1; 26 I 77; 16 716 Erw. 2), und I

210

Staatsrecht.

zwar auch die durch einseitigen behördlichen Akt begrün-

deten sll~i~ktiven Vermögensansprüche, insofern sie zur

zeit --der Entstehung der Eigentumsgarantie 1iD.ter den

Privatrechten mitverstanden werden wollten (BGE 48 I

604), insbesondere di.;-Komessionen (BGE 48 I 604;

49 I 584). Das dem &.kurrenten von der St. Niklaus-

kirchgemeinde zuerkannte Recht auf den Grabplatz

Charles Sealsfield st.eht also zweifellos unter dem Schutz

der Eigentumsgarantie, ~~b-e~nun-a.ls-diDgliChes-Recht

am--oderais-öbliga,torisches Recht auf den Grabplatz zu

verstehen ist und ob es dem privaten oder dem öffentlichen

Recht angehöre.

Denn auch als öffentlich-rechtlicher,

obligatorischer Anspruch auf den Grabplatz (Konzession)

würde es der Garantie des Art. 15 sol. KV teilhaftig sein.

2. -

Die Eigentumsgarantiewird aber nur dann durch

behördlicl1!? _~~i!!~iI!~WQhl~tWQ.~t;!!i:!!e~li~~~~rl~f~-:­

weml-;fu.e gesetzliche Grundl~~!üt" ~~ ~.i~~

__ !eM~·

Wo dagegen eine solche Grundlage besteht, kann sich nur

noch fragen, ob der ang~f{)(}l1tene Eingr1ff auIwillkii.!!i~her

Auslegurig- die~r g~;tzlichen ~tj_JI)Ul~~!l_ ~1J1A~, oder

ob -ruese- Besiim~ungen selbst in der ihnen gegebenen

Auslegung in irgendeiner andern Beziehung staatsrechtlich

anfechtbar seien.

Die allgemeine gesetzliohe Gruildlage zu einer Verfügung,

wie der Regierungsrat sie hier getroffen hat, ist nun in

Art. 6 und 702 ZGB und in § 276 8Oloth. EG z. ZGB

gegeben. Die erwähnten Bestimmungen des WB behalten

ganz allgemein das kantonaJe öffentliche Recht (Art. 6)

und insbesondere die im allgemeinen Wohl begründeten

Einschränkungen öffentlich-rechtlicher Natur des Grund-

eigentums (Art. 702) vor; und § 276 8Oloth. EG ermächtigt

den Regierungsrat zum Erlass der erforderlichen Verfü-

gUllgen für die Erhaltung und gegen die Veräusserung von

ezweifeln.

b) Mit der Einrede, das allgemeine Wohl rechtfertige

nicht die Erhaltung dieser « historischen Urkunde I), will

wohl behauptet werden, § 276 EG gehe in der ihm vom

Regierungsrat gegebenen Auslegung über Art. 702 ZGB

hinaus. Insofern ist darin die Einrede der Verletzung der

derogatorischen Natur des Bundesrechts zu erblicken,

über welche vom Bundesgericht in freier Auslegung des

Bundes:rechtes zu entscheiden ist.

Doch ist die Rüge nicht begründet.

Art. 702 ist, soweit er hier zur Anwendung kommt,

nur eine Spezialbestimmung zu Art. 6 ZGB, enthält also

wie dieser nicht die Delegation einer an sich dem Bunde

zustehenden

Geset~gebungskompetenz an die Kantone,

sondern grenzt bloss die Gesetzgebungshoheit des Bundes

im Gebiete des Zivilrechtes gegenüber der Gesetzgebungs-

hoheit der Kantone im Gebiete des öffentlichen Rechtes

ab. Es wollen also nicht etwa die Voraussetzungen auf-

gestellt werden, unter denen die Kantone die Grund-

eigentumsbefugnisse in bestimmter Beziehung einschrän-

ken dürfen, sondern es wird ausschliesslich den Kantonen

anheimgestellt, wie weit sie das Grundeigentum durch

öffentlich-rechtliche Normen einschränken wollen. Eine

212

Staatsrecht.

Schranke besteht hierin für sie bloss, insoweit sich solche

aus der allgemeinen Begrenzung ihrer gesetzgeberischen

Tätigkeit durch die Bundes- und die Kantonsverfassung

und insbesondere aus dem Grundsatz ergeben, dass

staa,Wche Eingriffe in die Individualrechtssphäre nur

aus Gründen des höhern staatlichen Interesses statthaft

sind (BGE 41 I 483 Erw. 2).

In dieser letztern Beziehung könnte aber das Bundes-

gericht (aus Art. 4 BV) nur eingreifen, wenn die für einen

bestimmten staatlichen Eingriff geltend gemachten Gründe

rein vorgeschobene Gründe, in sich völlig haltlos wären. Da-

von aber kann bei der Massnahme zum Schutz eines Dichter-

grabes wenigstens da nicht die Rede sein, wo -

wie hier

-

die Person des Dichters selber zum Gegenstand litera-

rischer Werke geworden ist. Und dass § 276 EG in der

ihm vom Regierungsrat,gegebenen Auslegung in anderer

Beziehung dem Bundes- oder dem kantonalen Verfassungs-

rechte widerspreche, ist nicht einmal behauptet worden.

Rie bei ist zudem immer vorausgeset~, dass es sich bei der

angefochtenen Verfügung um eine solche im Sinne der Spe-

zialvorschrift von Art. 702 ZGB handle, dass also das dem

Rekurrenten zustehende, durch die angefochtene Verfügung

angeblich verletzte Recht an der Grabstätte das Grund-

eigentumsrecht an dieser Stätte 'sei. Träfe das -

siehe

Erw. 1--nicht zu, so käme nicht Art. 702, sondern die all-

gemeine Vorschrift von Art. 6 ZGB in Frage, der vom

Rekurrenten überhaupt nicht als verletzt behauptet wird.

c) Nach dem Ausgeführte'n ist also die regierungs-

rätliehe Verfügung auch insofern nicht anfechtbar, als

sie schon die Verlegung der Grabstätte Sealsfield verbietet.

Ob eine solche Verlegung überhaupt möglich sei und

nicht einer Zerstörung der Grabstätte gleichkommen

würde, wie der Regierungsrat behauptet, braucht deshalb

nicht geprüft zu werden.

Demnach erkennt da8 Bunde8ge1'icht:

Die Beschwerde wird abgewiesen.

Kompeteftzansseheidttng zwischen Zivil· u. :'Itifitärgerieht.shl1rkeit. :"<03:!.

213

VII. KOMPETENZAUSSCHEIDUNG ZWISCHEN

ZIVIL- UND l\ULITÄRGERICHTSBARKEIT

DELIMITATION DE LA COMPETENCE RESPECTIVE

DES T~mUNAUX ORDINA1RES

ET DES TRIBUNAUX MILITAIREf-l

32. Arrit du 15 juillet 1931

dans 1a cause Departement militaire federal

et Auditeur ~n Chef de l'Armee

contre Tribunal correctlonnel' de 180 Veveyse.

Le Departement militaire federal a qualite pour saisir le Tribunal

fooera.l d'un conflit de competence en vertu de l'art. 223 CPM

(consid. 1).

Lorsque les Il.ctes reproches a l'inculpe tombent sous le coup

du droit penal militaire, les tribunaux militaires sont seuls

competents pour connaitre de l'infraction, la loi militaire

l'emportant sur la loi civile (consid. 2).

A. -

Paul Fischer, ne en 1911, incorpore dans Ja Cp. info

mOIl.t. 1/14, est entre a l'ecole de recrues II/2 a Colombier

1e 8 avrü 1931. A l'occasion du «grand conge » du 9 au

II mai, il se rendit en unüorme chez son oncle, l'abbe

Conrad Fisoher, a Chatel-St-Dems.· L'abM etait absent.

Paul Fischer s'introduisit chez lui et lui deroba 250 francs.

Il alla ensuite depenser une vartie de l'argent a Geneve

et revint a Chatel-St-Denis le 11 mai.

Entre temps, l'abM Fischer avait depose plainte penale.

Am:;te a son arrivee, Fischer fut traduit 1e 13 mai devant

1eTribunal correctionnel de la Veveyse qui le condamna

pour vol a quinze jours de prison avec sursis.

Le 13 mai, une instruction militaire fut ouverte contre

1a recrue Fischer pour 1e meme delit. L'Auditeur de la

2e division porta ces faits a 1a connaissance de l'Auditeur

en chef de l'armee. Celui-ci demanda 1e 4 juin au Procureur

AS 57 I -

1931