opencaselaw.ch

57_III_18

BGE 57 III 18

Bundesgericht (BGE) · 1931-01-19 · Deutsch CH
Quelle Original Export Word PDF BibTeX RIS
Volltext (verifizierbarer Originaltext)

18

S(.huJdbetreibungs' und Konkursrecht. N° 6.

kann (vgl. BGE 40 III S. 68 unten). Wer dagegen vom

Ausland hei" die Unpfändbaxkeit geltend macht und sie

aus Tatsachen herleitet, die nur dort, nicht aber in der

Schweiz festgestellt werden können, der ist der Behauptungs-

und Beweislast nicht überhoben, ja es kann von ihm gera-

dezu verlangt werden, dass er nicht nur Beweisanträge

stelle, sondern sofort Beweismittel vorlege. Geschieht es

nicht, . so ist die Abweisung der Unpfändbarkeitsbe-

schwerde wegen Fehlens der unerlässlichen Beweisführung

nicht zu beaIlStanden.

Demnach erkennt die Schuldbetr.- u. Konkurskammer :

Der Rekurs wird abgewiesen.

6. Entscheid vom 19. Januar 1931 i. S. Mattes.

Widerspruchsverfahren. Art. 'l06ff.SchKG.

Der Schuldner ist nicht legitimiert, gegen die Anordnung des Ver-

fahrens nach Art. 106/7 Beschwerde zu führen mit dem Be-

gehren, das Verfahren müsse nach Art. 109 durchgeführt

werden.

PrQddure de revendication, art. 106 et sv. LP.

I.e debiteur n'a pas qualite pour porter plainte contre l'introduc-

tion de 180 procedme reglee aux art. 106 et 107, en demandant

l'introduction da la. procMure selon l'art. 109.

Procedura di revendicazione, art. 106 e sag. LEF.

11 dehitorc non e legittimato a il1.teJForre contro una deeisione ehe

ordina. 180 procedura prevista. dagli art. 106/7 LEF ricorso

rivolto 80 rar adottare 180 procedura. deU' art. 109.

A. -

In der Betreibung von Fräulein Elise Mattes gegen

.Josef Mattes setzte das Betreibungsamt Rasel-Stadt der

GJäubigerin am 11. November 1930 gestützt auf Art. 109

SchKG Frist zur Klage auf Aberkennung des von der

Basler Drotschkenanstalt Settelen an den Pfänd ungsob-

jekten geltend g€machten Retentionsrechtes.

P. -

Auf die Beschwerde der Gläubigerin hin hob die

kantonal~ Aufsichtsbehi5rde diefe Verfügllllg durch Ent-

fl tr('ihlln!l~' und Konlmr>T('(>ht.~ N0 7.

In

scheid vom 9. nezember 1930 auf lmd wies das Bd,rei-

bungsamt an, nach Art. 106/7 SchKG vorzugehen.

O. -

Hiegegen rekurrierte der Schuldner an das Bunde8-

gericht mit dem Antrag, der Entscheid sc; aufzuheben

lmd die Verfügung des Betreibungsamtes zu bestätigt'n.

Die Schuldbetreibungs- und Konktlri<",lmmmer

zieht in Erwägung .'

dass die durch die Art des WiderspruchsverfahrclI:-;

(Verfahren nach Art. 106/7 oder nach Art. 109 SchKG)

bedingte Parteirollenverteilung zwischen Gläubiger und

Drittansprecher die Stellung des Schuldners nicht berührt,

dass der Schuldner, wenn er seinerseits im Verfahren

nach Art. 106/7 nicht am Prozesse beteiligt werden will,

einfach die Bestreitung des Drittanspruches zu untedassefl

hat,

dass er deshalb an der l?rage, ob das Verfahren nach

Art. 109 statt nach Art. 106/7 durchzuführen wäre, nicht

interessiert ist,

dass ihm demgemäss auch nicht das Reeht zuerkannt

werden kann, gegen die Anordnung des Verfahrens nach

Art. 106/7 Beschwerde zu erheben;

und erkennt demnach "

Auf den Rekui's wird nicht eingetreten.

7. Extrait de l'arret du 22 janvier 1931

dans la cause Oyez, Chessex & Cie,

Saisie port.a.nt sur un immeublc et sur un objet dont 180 qusJitC

d'accessoire est discutee. La decision sur ce point appartient

au juge et doit etre renvoyee a la procedure d'eJltlTatioll de

l'etat des charges. Jusque Ja, l'omce doit J'efUECJ' puremcnt ct

simp1ement~ dc realiser cet objet C{lmme tm him rnohiliC'l'.

Art·. II aJ. 4 ORI.