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56_II_211

BGE 56 II 211

Bundesgericht (BGE) · 1930-01-01 · Deutsch CH
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Obligationenrecht. N° 34.

Zahlung unterlassen hatte. Die Bedingung, dass pünktlich

bezahlt werde, ist also nicht erfüllt worden, der Kauf ist

nicht gültig geworden und das Eigentum nicht über-

gegangen.

Eine auflösende Bedingung kann angesichts des klaren

Wortlautes der Abmachung nicht angenommen werden,

abgesehen davon, dass die Vermutung für eine Suspensiv-

bedingung spricht (TmLo, Pactum reservati dominii et

vente a temperament p. 98). Das Gesetz selbst (OR

Art. 153) erwähnt übrigens den Fall, wo die Sache vor

Eintritt der Bedingung übergeben worden ist, in dem

Abschnitt (Lit. B) über die aufschiebende Bedingung.

Endlich ist auch die Erwägung nicht stichhaltig, dass,

wer die endgültige Wirksamkeit des Geschäftes nicht für

wahrscheinlich genug gehalten hat, um es bloss auflösend

zu bedingen, die Sache dem Vertragsgegner nicht anver-

traut hätte (STIEFEL, Über den Begriff der Bedingung

S. 83), denn diese Erwägung mag zutreffen, wenn die

Sache bei Vertragsschluss übergeben worden ist, nicht

aber dann, wenn sie sich wie im vorliegenden Fall kraft

eines besondern Rechtsverhältnisses schon lange vorher

beim Käufer befand.

Schliesslich kann in der Vertragsbestimmung auch nicht

statt einer Bedingung rue bIosse Gewährung eines Rück-

trittsrechtes im Sinne des Art. 2i4 3 OR erblickt werden,

die bewirkt hätte, dass der Vertrag nicht schon bei Eintritt

der Voraussetzung dahingefallen wäre, sondern erst bei

Ausübung des Gestaltlmgsrechtes. Durch den Rücktritt

wnd nur das Schuldverhältnis aufgehoben, welches den

Grund des Eigentumsüberganges bildet (von TUHR, OR II

S. 551), nicht dieser selbst, und die Rückforderung des

Geleisteten ist ein obligatorischer Anspruch. Dieser Weg

war durch den Kläger im vorliegenden Fall offenbar nicht

gewollt; er wollte vielmehr gesichert sein und das Eigen-

turn vorher überhaupt nicht übertragen.

Aus demselben Grund ist Art. 212 SchKG nicht anwend-

bar. Er betrifft das Rücktrittsrecht, wo das Eigentum

Prozessrecht. N° 35.

.211

schon übertragen worden ist (JlEGER, Kommentar Note 5

zu Art. 212 SchKG), nicht die aufschiebende Bedingung,

bei der das Eigentum trotz Besitzes des Käufers noch

nicht übertragen worden ist.

Das angefochtene Urteil ist also in seinem Ergebnis,

aber im Wesentlichen mit der Begründung der ersten

Instanz zu bestätigen.

V. PROZESSRECHT

PROC:EDURE

35. Urteil der II. Zivilabteihng vom 10. April 1930

i. S. Societe des Avions IIanriot gegen lIellenische Bepublik.

Ar res tau f heb u n g s pro z e s s e (Art. 279 SchKG) stellen

keine zivilrechtlichen Streitigkeiten im Sinne von Art. 56

OG da.r.

Das Obergericht des Kantons Zürich hat durch Urteil

vom 20. Septe~ber 1929 einen von der Beklagten gegen

die Klägerin erwirkten Arrest aufgehoben. Gegen dief3s

Urteil legte die Beklagte beim Bundesgericht die Rechts·

mittel der staatsrechtlicpen Beschwerde und der zivil-

rechtlichen Berufung ein. Die staatsrechtliche Beschwerde

ist durch Urteil der staatsrechtlichen Abteilung des

Bundesgerichtes vom 28. März 1930 abgewiesen worden.

Mit der Berufung beantragt die Beklagte, das angefochtene

Urteil sei, weil die Klägerin nicht das Fehlen eines Arrest-

grundes geltend gemacht habe, aufzuheben.

Das Bundesgericht hat in Erwägung :

dass die Berufung gemäss Art. 56 OG mir zulässig ist

in Zivilstreitigkeiten,

dass im Arrestaufhebungsprozess über die Zulässigkeit

des ausgewirkten Arrestes zu entscheiden ist,

212

Versicherungsvertrag. N° 36.

dass die Frage naoh den Voraussetzungen des Arrestes

nioht zivilreohtlioher, sonderri prozessrechtlioher Natur

ist (vgl. WEISS, Die Berufung an das Bundesgericht in

Zivilsaohen S. 9),

dass der Arrestaufhebungsprozess übrigens auch nioht

in Art. 63 Ziff. 4 Abs. 2 OG figuriert, wo diejenigen nach

dem Sohuldbetreibungs- und Konkursgesetz im besohleu-

nigten Verfahren durchzuführenden Rechtsstreitigkeiten

erwähnt sind, welche mit der zivilreohtlichen Berufung

an das Bundesgerioht weitergezogen werden können (vgl.

BGE 22 S. 887 und dort zitierte Entsoheide),

dass demnach auf die BerUfung nicht eingetreten

werden kann,

e;rkannt .;,

Auf die Berufung wird- nicht eingetreten.

VI. VERSICHERUNGSV~RTRAG

CONTRAT D'ASSURANCE

36. Arret de 180 IIme Section oivile ~u 14 fevrier 1930 dans

.!acauso Societe suisse d'a,ssurance contra les aocidents,

a Wlnterthur, contre da.ma Dejussel-Blandin.

Oontrat d'assurance:responsabilite.

1. But et objet du contrat. Est licite 180 clause en vertu de laquelle

l'n,ssureur qui aura a conduire 1e proces pour le cOIDpte de

l'a.ssure se reserve le droit de doouire du montant de l'assurance

los frais de ce proces.

2. Renonciation tacite a ce droit, resultant d'une reference expresse

a une loi cantonale fixant obligatoirement le montant de l'assu-

rance dans l'interet des tiers.

3. Date de l'echeance de 180 pretention da l'assure contra l'assureur.

Point de depart des inMrets moratoires.

A. -

Ariste Breguet s'est assure le 2 aout 1922 aupres

de la «Sociere suisse d'assurances contre les accidents

a Winterthur» contre la responsabilire oivile du fait des

Versioherungsvertrag. 1, -' :W.

accidents qu'il pourrait causer a des tiers par son auto-

mobile. Le maximum de la garantie etait fixe a 20 000 fr.

par personne blessOO ou tuee, avec un maximum de

50 000 fr. pour un accident survenu a plusieurs personnes.

L'art. 10 des conditions generales de la police prevoyait

en particulier ce qui suit:

«Si la demande d'indemnite n'est pas fondee, ou si

la Sociere ne reussit pas a s'entendre a l'amiable avec le

sinistre ou ses ayants droit et que ceux-ci intentent un

proces, le preneur d'assurance devra remettre immediate-

ment a la Sociere toute assignation qu'il recevra. La

Sociere dirigera seule le proces et en supportera les frais.

L'assure est tenu d'aider la Sociere de son mieux, de lui

fournir, dans la mesure du possihle, tous renseignements

et pieces justificatives et de donner a l'avocat designe

par elle les pouvoirs necessaires ». (al. 2).

» Les garanties de la SocieM sont limitOO9, y compris

les frais du proces, aux maxima fix~.s dans la poliue.»

(al. 4).

Le 31 decembre 1922, les partie~l ont signe 1m avenant

contenant notamment les dispositions suivantes :

(I Conformement aux stipulations de la loi du 8 noveL.-,bre

1922 instituant dans le canton de Geneve l'assurance

obligatoire de responsabilire civile pour les proprietaires

de vehicules a moteur, il ept entelldu entre les parties

soussignees que les sommes garanties par le contmt ci-

dessus seront les suivantes a part.ir uu I er janvier, 1923 :

30000 fr. par personne blessee ou tuee, avec un maximum

de 100 000 fr. par evenement frappant plusieurs peJ{Sonnes

a la fois. La prime annuelle s'elevera desormais a 107 fr. 10.

... Les conditions generales de la police N° 1 037 662 sus-

rappeIee s'appliquent au reste en plein au present avenant. »

La loi du 8 novembre 1922 a laquelle les parties se

rMeraient instituait l'assurance obligatoire de respon-

sabilire civile pour les proprietaires de vehicules a moteur.

Son article 2 dispose que « l'assurance doit etre, pour une

automobile, de 30000 fr. au moins, en cas d'accident