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Obligationenrecht. N° 34.
Zahlung unterlassen hatte. Die Bedingung, dass pünktlich
bezahlt werde, ist also nicht erfüllt worden, der Kauf ist
nicht gültig geworden und das Eigentum nicht über-
gegangen.
Eine auflösende Bedingung kann angesichts des klaren
Wortlautes der Abmachung nicht angenommen werden,
abgesehen davon, dass die Vermutung für eine Suspensiv-
bedingung spricht (TmLo, Pactum reservati dominii et
vente a temperament p. 98). Das Gesetz selbst (OR
Art. 153) erwähnt übrigens den Fall, wo die Sache vor
Eintritt der Bedingung übergeben worden ist, in dem
Abschnitt (Lit. B) über die aufschiebende Bedingung.
Endlich ist auch die Erwägung nicht stichhaltig, dass,
wer die endgültige Wirksamkeit des Geschäftes nicht für
wahrscheinlich genug gehalten hat, um es bloss auflösend
zu bedingen, die Sache dem Vertragsgegner nicht anver-
traut hätte (STIEFEL, Über den Begriff der Bedingung
S. 83), denn diese Erwägung mag zutreffen, wenn die
Sache bei Vertragsschluss übergeben worden ist, nicht
aber dann, wenn sie sich wie im vorliegenden Fall kraft
eines besondern Rechtsverhältnisses schon lange vorher
beim Käufer befand.
Schliesslich kann in der Vertragsbestimmung auch nicht
statt einer Bedingung rue bIosse Gewährung eines Rück-
trittsrechtes im Sinne des Art. 2i4 3 OR erblickt werden,
die bewirkt hätte, dass der Vertrag nicht schon bei Eintritt
der Voraussetzung dahingefallen wäre, sondern erst bei
Ausübung des Gestaltlmgsrechtes. Durch den Rücktritt
wnd nur das Schuldverhältnis aufgehoben, welches den
Grund des Eigentumsüberganges bildet (von TUHR, OR II
S. 551), nicht dieser selbst, und die Rückforderung des
Geleisteten ist ein obligatorischer Anspruch. Dieser Weg
war durch den Kläger im vorliegenden Fall offenbar nicht
gewollt; er wollte vielmehr gesichert sein und das Eigen-
turn vorher überhaupt nicht übertragen.
Aus demselben Grund ist Art. 212 SchKG nicht anwend-
bar. Er betrifft das Rücktrittsrecht, wo das Eigentum
Prozessrecht. N° 35.
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schon übertragen worden ist (JlEGER, Kommentar Note 5
zu Art. 212 SchKG), nicht die aufschiebende Bedingung,
bei der das Eigentum trotz Besitzes des Käufers noch
nicht übertragen worden ist.
Das angefochtene Urteil ist also in seinem Ergebnis,
aber im Wesentlichen mit der Begründung der ersten
Instanz zu bestätigen.
V. PROZESSRECHT
PROC:EDURE
35. Urteil der II. Zivilabteihng vom 10. April 1930
i. S. Societe des Avions IIanriot gegen lIellenische Bepublik.
Ar res tau f heb u n g s pro z e s s e (Art. 279 SchKG) stellen
keine zivilrechtlichen Streitigkeiten im Sinne von Art. 56
OG da.r.
Das Obergericht des Kantons Zürich hat durch Urteil
vom 20. Septe~ber 1929 einen von der Beklagten gegen
die Klägerin erwirkten Arrest aufgehoben. Gegen dief3s
Urteil legte die Beklagte beim Bundesgericht die Rechts·
mittel der staatsrechtlicpen Beschwerde und der zivil-
rechtlichen Berufung ein. Die staatsrechtliche Beschwerde
ist durch Urteil der staatsrechtlichen Abteilung des
Bundesgerichtes vom 28. März 1930 abgewiesen worden.
Mit der Berufung beantragt die Beklagte, das angefochtene
Urteil sei, weil die Klägerin nicht das Fehlen eines Arrest-
grundes geltend gemacht habe, aufzuheben.
Das Bundesgericht hat in Erwägung :
dass die Berufung gemäss Art. 56 OG mir zulässig ist
in Zivilstreitigkeiten,
dass im Arrestaufhebungsprozess über die Zulässigkeit
des ausgewirkten Arrestes zu entscheiden ist,
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Versicherungsvertrag. N° 36.
dass die Frage naoh den Voraussetzungen des Arrestes
nioht zivilreohtlioher, sonderri prozessrechtlioher Natur
ist (vgl. WEISS, Die Berufung an das Bundesgericht in
Zivilsaohen S. 9),
dass der Arrestaufhebungsprozess übrigens auch nioht
in Art. 63 Ziff. 4 Abs. 2 OG figuriert, wo diejenigen nach
dem Sohuldbetreibungs- und Konkursgesetz im besohleu-
nigten Verfahren durchzuführenden Rechtsstreitigkeiten
erwähnt sind, welche mit der zivilreohtlichen Berufung
an das Bundesgerioht weitergezogen werden können (vgl.
BGE 22 S. 887 und dort zitierte Entsoheide),
dass demnach auf die BerUfung nicht eingetreten
werden kann,
e;rkannt .;,
Auf die Berufung wird- nicht eingetreten.
VI. VERSICHERUNGSV~RTRAG
CONTRAT D'ASSURANCE
36. Arret de 180 IIme Section oivile ~u 14 fevrier 1930 dans
.!acauso Societe suisse d'a,ssurance contra les aocidents,
a Wlnterthur, contre da.ma Dejussel-Blandin.
Oontrat d'assurance:responsabilite.
1. But et objet du contrat. Est licite 180 clause en vertu de laquelle
l'n,ssureur qui aura a conduire 1e proces pour le cOIDpte de
l'a.ssure se reserve le droit de doouire du montant de l'assurance
los frais de ce proces.
2. Renonciation tacite a ce droit, resultant d'une reference expresse
a une loi cantonale fixant obligatoirement le montant de l'assu-
rance dans l'interet des tiers.
3. Date de l'echeance de 180 pretention da l'assure contra l'assureur.
Point de depart des inMrets moratoires.
A. -
Ariste Breguet s'est assure le 2 aout 1922 aupres
de la «Sociere suisse d'assurances contre les accidents
a Winterthur» contre la responsabilire oivile du fait des
Versioherungsvertrag. 1, -' :W.
accidents qu'il pourrait causer a des tiers par son auto-
mobile. Le maximum de la garantie etait fixe a 20 000 fr.
par personne blessOO ou tuee, avec un maximum de
50 000 fr. pour un accident survenu a plusieurs personnes.
L'art. 10 des conditions generales de la police prevoyait
en particulier ce qui suit:
«Si la demande d'indemnite n'est pas fondee, ou si
la Sociere ne reussit pas a s'entendre a l'amiable avec le
sinistre ou ses ayants droit et que ceux-ci intentent un
proces, le preneur d'assurance devra remettre immediate-
ment a la Sociere toute assignation qu'il recevra. La
Sociere dirigera seule le proces et en supportera les frais.
L'assure est tenu d'aider la Sociere de son mieux, de lui
fournir, dans la mesure du possihle, tous renseignements
et pieces justificatives et de donner a l'avocat designe
par elle les pouvoirs necessaires ». (al. 2).
» Les garanties de la SocieM sont limitOO9, y compris
les frais du proces, aux maxima fix~.s dans la poliue.»
(al. 4).
Le 31 decembre 1922, les partie~l ont signe 1m avenant
contenant notamment les dispositions suivantes :
(I Conformement aux stipulations de la loi du 8 noveL.-,bre
1922 instituant dans le canton de Geneve l'assurance
obligatoire de responsabilire civile pour les proprietaires
de vehicules a moteur, il ept entelldu entre les parties
soussignees que les sommes garanties par le contmt ci-
dessus seront les suivantes a part.ir uu I er janvier, 1923 :
30000 fr. par personne blessee ou tuee, avec un maximum
de 100 000 fr. par evenement frappant plusieurs peJ{Sonnes
a la fois. La prime annuelle s'elevera desormais a 107 fr. 10.
... Les conditions generales de la police N° 1 037 662 sus-
rappeIee s'appliquent au reste en plein au present avenant. »
La loi du 8 novembre 1922 a laquelle les parties se
rMeraient instituait l'assurance obligatoire de respon-
sabilire civile pour les proprietaires de vehicules a moteur.
Son article 2 dispose que « l'assurance doit etre, pour une
automobile, de 30000 fr. au moins, en cas d'accident