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54_III_183

BGE 54 III 183

Bundesgericht (BGE) · 1928-01-01 · Deutsch CH
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Schuldbetreibungs- und Konkursrecllt. N° 38.

über dasselbe bis zu einem Entscheid der Aufsichtsbe-

hörde aussetzt, sieht nichts derartiges vor, wohl gerade

um der Einmischung des Konkursrichters in die den

Aufsichtsbehörden vorbehaltene Befugnis zur Entschei-

dung über den Betreibungsort vorzubeugen. Daher hat

denn auch das Bundesgericht in BGE 51 III S. 157 aus-

gesprochen -

was die Vorinstanz übersehen zu haben

scheint -, dass gegen eine von einem unzuständigen

Betreibungsamt erlassene Konkursandrohung jederzeit

Beschwerde geführt werden kann, solange der Konkurs

noch nicht eröffnet ist. Gleiches muss auch für den Zah-

lungsbefehl in der Wechselbetreibung gelten, da die

Art. 172 und 173 SchKG auf das Konkursbegehren in der

Wechselbetreibung ebenfalls zutreffen und zudem binnen

drei Tagen und ohne Parteiverhandlung darüber zu ent-

scheiden ist (Art. 189 SchKG), was dem Konkursrichter

ger~ezu verunmöglicht, über die Einwendung örtlicher

Unzuständigkeit das zur Gewinnung des Prozesstoffes

unerlässliche Verfahren durchzuführen und einen Ent-

scheid zu fällen. Wollte man nach Ablauf der ordentlichen

Beschwerdefrist eine Beschwerde wegen örtlicher Unzu-

ständigkeit nicht mehr zulassen, so könnte dies also zur

Folge haben, dass der Konkurs da eröffnet würde, wo

der Schuldner gesetzwidrig erweise betrieben worden ist,

was aber auch nach der Meinung der Vorinstanz dem

öffentlichen Interesse an der Beobachtung der Vorschrif-

ten über den Gerichtsstanl für die Konkurseröffnung

widerstreiten würde. Von der derart gebotenen grund-

sätzlichen Entscheidung eine Ausnahme zu machen,

weil der Rekurrent Binningen als Betreibungsort fort-

gesetzt anerkannt hat, geht nicht an. Ebensowenig kommt

etwas darauf an, dass vorliegend durchaus liquid ist,

dass nur der Konkursrichter von Rheinfelden und nicht

derjenige von Arlesheim zur Konkurseröffnung über den

. Rekurrenten zuständig ist, und dass die Rekursgegner

wohl ohne weiteres damit einverstanden wären, das

Konkursbegehren in Rheinfelden anzubringen.

Schuldbetreibungs- und Konkursrecht. N° 39.

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Demnach erkennt die Schuldbetr.- und Konkurskammer :

Der Rekurs wird begründet erklärt und sowohl die

Konkursandrohung Nr. 11,575 als der Wechselzahlungs-

befehl Nr. 12,119 aufgehoben.

39. Auszug a.us dem Entscheide vom 18. Juni 1998

i. S. Wellauer.

Die S t e i ger u n g s b e d i n gun gen können nach

erfolgtem Zuschlag nicht mehr abgeändert werden, und

es können auch nicht nachträglich bezüglich der Rechte

und Pflichten des Ersteigerers Vorbehalte gemacht werden,

die nicht in den Steigerungsbedingungen begründet sind.

Es ist nicht Sache der Aufsichtsbehörde festzustellen, dass

die Steigerungsbedingungen, wenn diese an sich nicht

mehr abgeändert werden können, in einem bestimmten

Sinne hätten ergänzt werden sollen.

SchKG Art. 17, 134.

Les condilions de vente ne sauraient etre modifiees apres l'ad-

judication; il n'est pas admissible de faire apres coup,

au sujet des droits et obligations de l'adjudicataire, des

reserves qui ne resultent point des conditions de vente.

Il n'appartient pas a l'autorite de surveillance de dire, a un

moment ou les conditions de vente ne peuvent plus etre

modifiees, si et

comment celles-ci auraient

dil etre

completees.

Art. 17 et 134 LP.

Le condizioni di vendita non possono essere modificate dopo

I'aggiudicazione, ne, in merito ai diritti ed agli obblighi del-

I'aggiudicatario, sono, dopo di essa, ammissibili delle riserve

che non risultano dalle condizioni di vendita.

Non spetta alle Autorita di Vigilanza il dire se e come le con-

dizioni di vendita avrebbero dovuto essere completate

in un momento in cui non possono piu essere modificate.

Art. 17 e 134 LEF.

Der Rekurrent verlangt nicht die Aufhebung des am

30. Mai 1928 erfolgten Steigerungszuschlages, sondern

eine Ergänzung bezw. Abänderung der Steigerungs-

bedingungen. Das ist jedoch heute, nachdem die Steige-

184

Schuldbctreibungs- und Konkursrecht. N0 39.

rung abgehalten und der Zuschlag erteilt worden ist,

nicht mehr möglich, da die Steigerungsbedingungen,

so wie sie an der Steigerung aufgelegen haben, für den

Umfang der auf den Versteigerer übergehenden Rechte

und Lasten allein massgebend sind. Eine erst hinterher

vorgenommene Abänderung bezw. Ergänzung der Stei-

gerungsbedingungen vermöchte daher keinerlei Rechts-

wirkungen mehr zu entfalten. Aus demselben Grunde

geht es auch nicht an, nachträglich zu Gunsten des

Rekurrenten Vorbehalte zu machen, die nicht in den

Steigerungsbedinguengn selbst begründet sind. Das

würde auf eine Änderung der materiellen Rechtsver-

hältnisse hinauslaufen, zu der die Aufsichtsbehörden

nicht berechtigt sind. Aber auch das Begehren um Fest-

stellung, dass die Steigerungsbedingungen seinerzeit

in der vom Rekurrenten "geltend gemachten Weise hätten

ergänzt werden sollen, kann nicht geschützt werden,

da das Bundesgericht es in ständiger Rechtssprechung

abgelehnt hat, auf die Feststellung, dass das Konkursamt

in einer bestimmten vVeise hätte verfahren sollen, einzu-

treten, nachdem die betreffende Verfügung nicht mehr

rückgängig gemacht bezw. korrigiert werden kann (vgl.

statt vielerBGE 36 I S. 424/5 = Sep. Ausg. 13 S. 161/2).

Bei den hier verlangten Ergänzungen handelte es sich

zudem nicht um Bedingungen, deren Aufführung von

Gesetzes wegen unerlässlich gewesen wäre, sodass deren

Berücksichtigung bezw. Nichtberücksichtigung eine reine

Zweckmässigkeitsfrage darstellte, die das Bundesgericht

ohnehin nicht hätte überprüfen können.

Schuldbetreibungs- und Konkursrecht. N0 40.

40. Arret du 21 juin 1928

dans la cause Gra.ber et consorts.

185

La revendication presentee en temps utile suspend la poursuite

en tout etat de cause; en consequence; les autorites de

surveillance ue peuvent obliger le tiers revendiquant a

repondre des frais de poursuite (frais de publication d'une

vente aux encheres) devenus inutiles ensuite de Ia revendi-

cation.

Seulle juge est competent pour decider si le tiers revendiquant

peut etre tenu, dans certains cas, d'indemniser le creaucier

saisissant des frais qu'il lui a occasionnes.

~

Procedimenlo di rivendicazione: La rivendicazione inoltrata

in tempo utile sospende l'esecuzione in ogne fase: Ie Autorita

di vigilanza non possono quindi obbligare il rivendicante

a rispondere delle spese di esecuzione (spese di pubblicazione

d'una vendita agli incanti) diventate inutili in seguito aHa

rivendicazione.

Solo il giudice e competente per decidere, se il rivendicante

possa, in certi casi, essere tenuto ad indennizzare il creditore

pignorante delle spese occasionatogli.

W i der s p r u c h s ver f a h ren: Der Drittansprecher

kann nicht durch die Aufsichtsbehörden zum Ersatz von

. infolge

seiner

Ansprache

u n n ü t z wer den den

B e t r e i b u n g s k 0 s t e n (für die Steigerungspubli-

kation) angehalten werden, sondern allfällig nur unter

gewissen. Voraussetzungen durch den Richter.

Dans la poursuite N0 15892, exercee par Emile Jacot,

a Sonvilier, contre Jean Ruch, l'office des poursuites

de Courtelary avait fixe au 2 mai 1928 la vente aux

encheres des objets saisis au prejudice du debiteur.

Immediatement avant cette date, Alfred Graber et

consorts revendiqnerent la propriete de certains des

objets saisis. Sur ce, l'office renvoya la vente, et, par avis

du 4 mai, impartit un delai de 10 jours a Emile Jacot

pour dire s'il entendait contester la revendication, en

l'informant que les frais de publication et d'insertion

de la vente aux. encheres, s'elevant a 15 fr. 55 seraient

pris en remboursement sur lui, ce qui eut lieu effecti-

vement.