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Schuldbetreibungs- und Konkursrecllt. N° 38.
über dasselbe bis zu einem Entscheid der Aufsichtsbe-
hörde aussetzt, sieht nichts derartiges vor, wohl gerade
um der Einmischung des Konkursrichters in die den
Aufsichtsbehörden vorbehaltene Befugnis zur Entschei-
dung über den Betreibungsort vorzubeugen. Daher hat
denn auch das Bundesgericht in BGE 51 III S. 157 aus-
gesprochen -
was die Vorinstanz übersehen zu haben
scheint -, dass gegen eine von einem unzuständigen
Betreibungsamt erlassene Konkursandrohung jederzeit
Beschwerde geführt werden kann, solange der Konkurs
noch nicht eröffnet ist. Gleiches muss auch für den Zah-
lungsbefehl in der Wechselbetreibung gelten, da die
Art. 172 und 173 SchKG auf das Konkursbegehren in der
Wechselbetreibung ebenfalls zutreffen und zudem binnen
drei Tagen und ohne Parteiverhandlung darüber zu ent-
scheiden ist (Art. 189 SchKG), was dem Konkursrichter
ger~ezu verunmöglicht, über die Einwendung örtlicher
Unzuständigkeit das zur Gewinnung des Prozesstoffes
unerlässliche Verfahren durchzuführen und einen Ent-
scheid zu fällen. Wollte man nach Ablauf der ordentlichen
Beschwerdefrist eine Beschwerde wegen örtlicher Unzu-
ständigkeit nicht mehr zulassen, so könnte dies also zur
Folge haben, dass der Konkurs da eröffnet würde, wo
der Schuldner gesetzwidrig erweise betrieben worden ist,
was aber auch nach der Meinung der Vorinstanz dem
öffentlichen Interesse an der Beobachtung der Vorschrif-
ten über den Gerichtsstanl für die Konkurseröffnung
widerstreiten würde. Von der derart gebotenen grund-
sätzlichen Entscheidung eine Ausnahme zu machen,
weil der Rekurrent Binningen als Betreibungsort fort-
gesetzt anerkannt hat, geht nicht an. Ebensowenig kommt
etwas darauf an, dass vorliegend durchaus liquid ist,
dass nur der Konkursrichter von Rheinfelden und nicht
derjenige von Arlesheim zur Konkurseröffnung über den
. Rekurrenten zuständig ist, und dass die Rekursgegner
wohl ohne weiteres damit einverstanden wären, das
Konkursbegehren in Rheinfelden anzubringen.
Schuldbetreibungs- und Konkursrecht. N° 39.
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Demnach erkennt die Schuldbetr.- und Konkurskammer :
Der Rekurs wird begründet erklärt und sowohl die
Konkursandrohung Nr. 11,575 als der Wechselzahlungs-
befehl Nr. 12,119 aufgehoben.
39. Auszug a.us dem Entscheide vom 18. Juni 1998
i. S. Wellauer.
Die S t e i ger u n g s b e d i n gun gen können nach
erfolgtem Zuschlag nicht mehr abgeändert werden, und
es können auch nicht nachträglich bezüglich der Rechte
und Pflichten des Ersteigerers Vorbehalte gemacht werden,
die nicht in den Steigerungsbedingungen begründet sind.
Es ist nicht Sache der Aufsichtsbehörde festzustellen, dass
die Steigerungsbedingungen, wenn diese an sich nicht
mehr abgeändert werden können, in einem bestimmten
Sinne hätten ergänzt werden sollen.
SchKG Art. 17, 134.
Les condilions de vente ne sauraient etre modifiees apres l'ad-
judication; il n'est pas admissible de faire apres coup,
au sujet des droits et obligations de l'adjudicataire, des
reserves qui ne resultent point des conditions de vente.
Il n'appartient pas a l'autorite de surveillance de dire, a un
moment ou les conditions de vente ne peuvent plus etre
modifiees, si et
comment celles-ci auraient
dil etre
completees.
Art. 17 et 134 LP.
Le condizioni di vendita non possono essere modificate dopo
I'aggiudicazione, ne, in merito ai diritti ed agli obblighi del-
I'aggiudicatario, sono, dopo di essa, ammissibili delle riserve
che non risultano dalle condizioni di vendita.
Non spetta alle Autorita di Vigilanza il dire se e come le con-
dizioni di vendita avrebbero dovuto essere completate
in un momento in cui non possono piu essere modificate.
Art. 17 e 134 LEF.
Der Rekurrent verlangt nicht die Aufhebung des am
30. Mai 1928 erfolgten Steigerungszuschlages, sondern
eine Ergänzung bezw. Abänderung der Steigerungs-
bedingungen. Das ist jedoch heute, nachdem die Steige-
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Schuldbctreibungs- und Konkursrecht. N0 39.
rung abgehalten und der Zuschlag erteilt worden ist,
nicht mehr möglich, da die Steigerungsbedingungen,
so wie sie an der Steigerung aufgelegen haben, für den
Umfang der auf den Versteigerer übergehenden Rechte
und Lasten allein massgebend sind. Eine erst hinterher
vorgenommene Abänderung bezw. Ergänzung der Stei-
gerungsbedingungen vermöchte daher keinerlei Rechts-
wirkungen mehr zu entfalten. Aus demselben Grunde
geht es auch nicht an, nachträglich zu Gunsten des
Rekurrenten Vorbehalte zu machen, die nicht in den
Steigerungsbedinguengn selbst begründet sind. Das
würde auf eine Änderung der materiellen Rechtsver-
hältnisse hinauslaufen, zu der die Aufsichtsbehörden
nicht berechtigt sind. Aber auch das Begehren um Fest-
stellung, dass die Steigerungsbedingungen seinerzeit
in der vom Rekurrenten "geltend gemachten Weise hätten
ergänzt werden sollen, kann nicht geschützt werden,
da das Bundesgericht es in ständiger Rechtssprechung
abgelehnt hat, auf die Feststellung, dass das Konkursamt
in einer bestimmten vVeise hätte verfahren sollen, einzu-
treten, nachdem die betreffende Verfügung nicht mehr
rückgängig gemacht bezw. korrigiert werden kann (vgl.
statt vielerBGE 36 I S. 424/5 = Sep. Ausg. 13 S. 161/2).
Bei den hier verlangten Ergänzungen handelte es sich
zudem nicht um Bedingungen, deren Aufführung von
Gesetzes wegen unerlässlich gewesen wäre, sodass deren
Berücksichtigung bezw. Nichtberücksichtigung eine reine
Zweckmässigkeitsfrage darstellte, die das Bundesgericht
ohnehin nicht hätte überprüfen können.
Schuldbetreibungs- und Konkursrecht. N0 40.
40. Arret du 21 juin 1928
dans la cause Gra.ber et consorts.
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La revendication presentee en temps utile suspend la poursuite
en tout etat de cause; en consequence; les autorites de
surveillance ue peuvent obliger le tiers revendiquant a
repondre des frais de poursuite (frais de publication d'une
vente aux encheres) devenus inutiles ensuite de Ia revendi-
cation.
Seulle juge est competent pour decider si le tiers revendiquant
peut etre tenu, dans certains cas, d'indemniser le creaucier
saisissant des frais qu'il lui a occasionnes.
~
Procedimenlo di rivendicazione: La rivendicazione inoltrata
in tempo utile sospende l'esecuzione in ogne fase: Ie Autorita
di vigilanza non possono quindi obbligare il rivendicante
a rispondere delle spese di esecuzione (spese di pubblicazione
d'una vendita agli incanti) diventate inutili in seguito aHa
rivendicazione.
Solo il giudice e competente per decidere, se il rivendicante
possa, in certi casi, essere tenuto ad indennizzare il creditore
pignorante delle spese occasionatogli.
W i der s p r u c h s ver f a h ren: Der Drittansprecher
kann nicht durch die Aufsichtsbehörden zum Ersatz von
. infolge
seiner
Ansprache
u n n ü t z wer den den
B e t r e i b u n g s k 0 s t e n (für die Steigerungspubli-
kation) angehalten werden, sondern allfällig nur unter
gewissen. Voraussetzungen durch den Richter.
Dans la poursuite N0 15892, exercee par Emile Jacot,
a Sonvilier, contre Jean Ruch, l'office des poursuites
de Courtelary avait fixe au 2 mai 1928 la vente aux
encheres des objets saisis au prejudice du debiteur.
Immediatement avant cette date, Alfred Graber et
consorts revendiqnerent la propriete de certains des
objets saisis. Sur ce, l'office renvoya la vente, et, par avis
du 4 mai, impartit un delai de 10 jours a Emile Jacot
pour dire s'il entendait contester la revendication, en
l'informant que les frais de publication et d'insertion
de la vente aux. encheres, s'elevant a 15 fr. 55 seraient
pris en remboursement sur lui, ce qui eut lieu effecti-
vement.