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53_II_353

BGE 53 II 353

Bundesgericht (BGE) · 1927-03-09 · Deutsch CH
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Prozess recht. N0 60.

doch muss jeder von ihnen im Wege einer gesonderten

Klage vorgehen.

Demnach erkennt das Bundesgericht:

Auf die gemeinsame Klage wird, soweit die Kläger

F. Orsinger-Wrehrle und A. Walter betreffend, nicht

eingetreten.

60. Arret da 1a IIe Seetion eiviie du l5 septambra 1927

dans la cause 1asegretain contre Panier.

Art. 87 chiffre 1 OJF. Le recours de droit civil est exclu dans

les causes susceptibles d'un recours en reforme.

Attendu qu'Alfred Panier a ouvert action a Jules

Lesegretain en concluant a ce qu'il plaise au Tribunal

cantonal neuchatelois prononcer que le contrat conclu

entre parties le 6 mars 1923 a He et est resilie par le

fait et la faute du defendeur, et condamner celui-ci

a payer au demandeur la somme de 14772 fr. a titre

de dommages-interets, avec interet legal a 6 % des le

27 avril 1923;

que le defendeur a conclu a liberation des fins de la

demande;

que par jugement du 9 mars 1927, rendu en application

du droit civil fralll;ais, le Tribunal cantonal neuchatelois

a declare la demande bien fondee en principe et condamne

Lesegretain a payer au demandeur 24 121,50 fr. fralll;ais,

a titre de dommages-interets, avec interets a 5% des

Ie 27 avril 1923;

que, par acte depose en temps utile, Jules Lesegretain

a interjete un recours de droit civil en dem an da nt au

Tribunal federal d'annuler le jugement attaque et de

renvoyer la cause a l'instance cantonale pour statuer a

nouveau;

qu'invoquant rart. 87 chiffre 1 OJF, le recourant fait

grief a l'instance cantonale d'avoir applique le droit

fran€iais a une cause qui relevait du droit suisse;

,

\ r

Prozessrecht. N° 61.

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Considerant en droit:

qu'aux termes de l'art. 87 OJF, seules les causes non

susceptibles d'un recours en re/orme peuvent faire l'objet

d'un recours de droit civil;

qu'en l'espece l'on se trouve en presence d'un juge-

ment au fond rendu par Ia derniere instance cantonale

dans un proces civil dont la valeur litigieuse est supe-

rieure a 4000 fr. (art. 58 et 59 OJF);

qu'a l'avis du recourant, l'instance cantonale aurait

viole la loi federale en appIiquant les dispositions du

droit fran~ais a une cause qui relevait d'apres lui du

droit federal des obligations (art. 56 et 57 OJF);

que, des lors, Lesegretain pouvait et devait interjeter

un recours en re/orme pour soumettre au Tribunal

federal la question du droit· applicable au contrat

litigieux;

qu'en consequence, son recours de droit dvil est

irrecevable (cf. arrets non publies Hoirs Roulin contre

Justice de paix de Mouret, du 27 juin 1912, et Meng

contre Bundi, du 7 juillet 1927);

le Tri bunal /Meral prononce :

II n'est pas entre en matü~re sur le recours.

61. Auszug a.us dem Urteil der n. Zivilabteilung

vom 29. September 1927

i. S. Zürcher gegen Erben .1Ieierle.

1 Hau p t u r t eil: Eine Prozessabweisung wegen un-

genauer Parteibezeichnung ist kein Haupturteil. Dle Vor-

schrift genauer Parteibezeichnung ist eine prozessrechtliche

Vorschrift, also kantonalen Rechts. Art. 58 Abs. 1 und Art. 57

Abs. lOG.

2. Ein Anspruch gegen Erben ist nicht gegen die Erbschaft

(Erbengemeinschaft) sondern gegen die einzelnen Erben

persönlich (als Streitgenossen) zu richten. Art. 602 ZGB;

Art. 49 SchKG ist eine SondervorschriIt.

35t

Prozessrecbt. N° 61.

Wie sich aus den Erwägungen des angefochtenen Ur-

teils ergibt, hat dieses die Klage nicht, wie im Dispo-

sitiv gesagt wird, wegen mangelnder Passivlegitimation,

sondern wegen unklarer Parteibezeichnung abgewiesen.

Dieser wahre Sinn des Urteils, nicht die unrichtige Aus-

drucksweise des Dispositivs ist aber massgebend. Da-

nach handelt es sich beim angefochtenen Urteil um eine

Prozessabweisung (a limine) wegen ungenauer Partei-

bezeichnung. Das ist kein Haupturteil im Sinne des

. Art. 58 Abs. lOG, d. h. kein Urteil, das über den im

Streite liegenden zivilrechtlichen Anspruch endgültig ent-

scheidet (BGE 50 11 209), sondern lediglich eine prozes-

suale Verfügung, die eine Frage des Verfahrens beschlägt,

den geltendgemachten Anspruch aber in keiner Weise

berührt.

Zudem ist die genaue Bezeichnung der Parteien eine

Vorschrift des Prozessrechts. Ob diese Vorschrift er-

füllt sei, ist also eine Frage der Auslegung des Prozess-

rechts d. i. . kantonalen Rechts, die gemäss Art. 57

Abs. 1 OG der Überprüfung des Bundesgerichts im Be-

rufungsverfahren entzogen ist.

Es kann daher auf die Berufung nicht eingetreten

werden. Doch sei beigefügt, dass entgegen der Ansicht

der Vorinstanz und des Klägers der streitige Anspruch

nicht gegen die Erbschaft, sondern gegen die einzelnen

Erben persönlich (als Streitg~nossen) zu richten sein wird,

da auch der ungeteilten Erbschaft keine Rechtspersön-

lichkeit, also auch keine Parteifähigkeit zukommt (vgl.

Art. 602 ZGB). Die von der Vorinstanz angezogene Be-

treibungsfähigkeit der unverteilten Erbschaft beruht

auf Sondervorschrift (Art. 49 SchKG), deren Geltung

auf das Betreibungsverfahren beschränkt bleibt.

Markenschutz. No 62.

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V. MARKENSCHUTZ

PROTECTION DES MARQUES DE FABRIQUE

62. Urteil der I. Zivilabteilung vom l8. Oktober 1927

i. S. 'l'he Ya1e and. Towne Manufacturmg Oy

gegen Ja.kob Laib & Oie •

M ar k e n re c h t. Eintragung einer Marke «{ Yale ») im

internat. Markenregister. Der Markeninhaber kann sich

in der Schweiz gegenüber einem Fabrikanten, welcher schon

vor Eintragung der Marke Erzeugnisse, die von den mit

ihr versehenen gänzlich abweichen, unter der Bezeichnung

« Yala» in den Handel brachte, nicht auf den Marken-

schutz berufen. MSchG Art. 5, 6 Abs. I u. 11, 12 Abs. 11

lit. a, Rev. Pariser übereinkunft v. 20. März 1883/2. Juni

1911 Art. 6 Abs. I.

A. -

Die Klägerin liess am 29. Februar 1924 im deut-

schen und am 14. Juli 1924 im internationalen Marken-

register die Wortmarke « Y ale» für eine ganze Reihe

verschiedenartigster Waren, worunter auch für « Trico-

tagen, Kleider, Wäsche» eintragen.

Die Beklagte, welche in Amriswil eine Tricotwäsche-

fabrik betreibt, benutzt schon seit März 1925 für ihre

Produkte die Bezeichnung « Yala» (eine Kombination

der Anfangsbuchstaben des Vor- und Familiennamens

des Gesellschafters Laib, unter Ersetzung des J durch

ein Y, angeblich wegen der Aussprache in gewissen aus-

ländischen Absatzgebieten); sie macht mit dieser Be-

zeichnung, die sie in Verbindung mit der Wiedergabe

einer weiblichen Figur verwendet, für ihre Wäsche-

fabrikate in verschiedenen inländischen Zeitungen und

Zeitschriften Reklame.

Mit Zuschrift vom 15. April 1926 machte die Klägerin

die Beklagte darauf aufmerksam, dass sie Inhaberin

der eingetragenen Wortmarke « Y ale » sei; die Bezeich-

AS 53 11 -

19'n

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