Volltext (verifizierbarer Originaltext)
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Obligationenrecht. N° 33.
Grundstückes erhalten. Am 5. Juli 1920 erklärte er den
Kaufseintritt. Die Frist des Art. 681 Abs. 3 ZGB ist da-
her gewahrt.
6. -
Dagegen kann das Vorkaufsversprechen nur dem
Beklagten 1) gegenüber geltend gemacht werden. Da es
im Grundbuch nicht vorgemerkt wurde (die auf einsei-
tiges Begehren des Klägers erst im Verlaufe des Prozesses
erfolgte Vormerkung im Sinne von Art. 960 Ziff. 1 ZGB
fällt nicht in Betracht), stehen dem Kläger daraus nur
obligatorische Ansprüche, d. h. nur Ansprüche gegen-
über seinem Vertragsgegner, zu. Um die Beklagten 2) zu
verpflichten, hätte es ihrerseits einer Uebernahme der
Verpflichtungen des Beklagten 1) bedurft. Eine solche
Uebernahme hat nach den Akten und entgegen der Auf-
fassung der Vorinstanz nicht stattgefunden. Sowohl die
Beklagten 2) wie au-eh- der Beklagte 1) haben in der Kor-
respondenz mit dem Kläger immer nur erklärt, die neuen
Eigentümer seien in das M i e t s ver h ä 1 t n i s ein-
getreten. Ebenso sieht der Kaufvertrag vom 31. Mai 1920
nur die Uebernahme des Mietvertrages vor. Von einem
Eintritt in die Verpflichtungen aus dem Vorkaufsverspre-
chen ist dagegen nirgends die Rede. Uebrigens hätte eine
solche Uebernahme auch jedes innern Grundes entbehrt.
Wäre es noch verständlich gewesen, wenn die Beklagten 2
dem Kläger, um ihn zur Nichtausübung des Vorkaufsrech-
tes anlässlich des Eigentumsüberganges auf sie zu ver-
anlassen, für eine spätere Handänderung ein neues Vor-
kaufsrecht eingeräumt hätten, so lag für sie dagegen kei-
nerlei Grund vor, durch Anerkennung des Vorkaufsrech-
tes bezüglich des streitigen Kaufes diesen selbst in Frage
zu stellen oder sich eine Schadenersatzpflicht aufzuladen.
7. -
Die Gegenforderungen der Beklagten fussen auf
der Annahme, der Kläger sei nicht berechtigt gewesen,
ein Vorkaufsrecht auszuüben; nach den vorstehenden
Ausführungen ist diese Auffassung unzutreffend, wo-
mit die Grundlage dieser Ansprüche dahinfällt.
,Obligationenrecht. N° 34.
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Demnach erkennt das Bundesgericht :
Die Berufung des Beklagten Berger wird unbegründet
erklärt, die Berufung der B~lagten Scherers Erben da-
gegen zugesprochen, und die Klage ihnen gegenüber abge-
wiesen.
34. Bxtrait 4a l'arrit da 1& Ire Seetion civüi du 10 avril19!a!a
dans la cause da iediDg contre ltirchhof.
Pour detenmner la valeur des prestations dont les parties
peuvent reclamer la restitution en cas de n~llite du ~ontra!,
n faut se reporter a l'epoque on les prestatIons ont ete ope-
rees et s'en tenir a la valeur dont les parties se sont effective-
ment enrichies sans egard a la valeur fixee conventionnelle-
ment en vue de l'execution du contrat.
La nullite du contrat pour cause de dol a pour conse-
quence la restitution reciproque des prestations des
parties.
Le demandeur n'ayant jamais pris possession de la
fabrique, n'a rien a rendre au defendeur. En revanche,
ce dernier doit lui restituer les sommes re«;ues.
Pour
apprecier exactement la valeur de ·la prestation faite
par le demandeur et dont il est en droit d'exiger la res-
titution, il faut se reporter ä. l'epoque ou le paiement
a ete effectue, soit au 16 mars 1920. Acette date, le
defendeur a non seulement re«;u la somme de 9250 francs
suisses. mais en plus un cheque de 312 400 marks. ~~ur
la conversion de ce dernier montant en francs. I ms-
tance cantonale s'en est tenue au cours de 12 fr. 50 %
par le motif que lesparties l'auraient conventionnelle-
ment admis. On ne peut pas se rallier ä. cette maniere
de voir. Le cours de 12.50 a He convenu non pas en vue
de l'annulation du contrat mais en vue de son execu-
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Obllgationenreeht. N° 35.
tion et parce que, le prix. de vente etant fixe en francs,
il fallait determiner' le montant que representaient
en cdte monnaie,les 312400 marks pour connaitre le
solde du. Du moment que le contrat doit etre considere
comme inexistant, la eonventionrelative au ealcul
de la valeur des marks en francs suisses doit egalement
etre regardee comme nulle et ce que le defendeur doit
des lors etre condamne a rembourser e'est la valeur dont
il s'est trouve effectivement enrichi des le 16 mars 1920.
Comme le demandeur est domicilie en Suisse et que rien
ne permet de dire qu'il n'aurait pas converti acette
epoque ses marks en francs s'il ne les avait pas verses
par cheque au defendeur, que, d'autre part, ce dernier
a vraisemblablement change en francs au cours du jour
les marks ref;us, il est juste de le condamner a rem-
bourser les 312 400 marks au cours de 6 fr. 80 %
pratique alors.
35. t1rteil der II. Zivilabteilung vom 4. Kai lGaa
i. S. lIigler gegen Aktiengesellschaft Jä.ggi.
Art. 24 Abs. 2 OR. Irr t u m übe r die G e s c h ä f t s-
g run dIa gen: Beg r i f f. Darunter fällt die irrtüm-
liche Anna,hme, das ge k.a u f t e Hau s werde s u b-
v e n t ion i e r t, wenn beide Parteien die Subvention
als sicher betrachteten.
A. -
Die Klägerin, A.-G. Jäggi, Baugeschäft in
Olten, verkaufte am 6. September 1919 der Beklagten,
Frau Elise Hägler in Olten, zum Preise von 35,000 Fr.
bei einer Anzahlung von 5000 Fr. ein in der Gemeinde
Olten gelegenes Zweifamilienhaus. Beide Kontrahenten
nahmen beim Kaufsabschluss als sicher an, dass auf
Grund der von Bund, Kanton und Gemeinde zur Be-
hebung der Wohnungsnot erlassenen Verordnungen an
das Haus eine Subvention ausgerichtet werde. Diese
ObUgationenrecht. N- 35.
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Subvention sollte laut Ziff. 4 des Vertrages der Käuferin
zufallen. Trotzdem die Voraussetzungen der Subven-
tionierung an sich· gegeben waren, wurden jedoch in
der Folge die wiederholten Subventionsgesuche der
Klägerin von den Gemeinde- und Kantonsbehörden
abgewiesen. weil die zur Verfügung stehenden Gelder
nicht zur Befriedigung aller Bedürfnisse ausreichten.
Infolge der Verweigerung der kantonalen entfiel auch
die Möglichkeit, eine Bundessubvention zu gewähren.
Mit der vorliegenden Klage belangte die Verkäuferin
die Käuferin auf Zahlung der Kaufrestanz von 30,000 Fr.
Die Beklagte beantragte Abweisung der Klage und
widerklageweise Aufhebung des Vertrages aus dem
Gesichtspunkte der arglistigen Täuschung, eventuell des
Irrtums, eventuell der Uebervorteilung, indem sie darauf
verwies, sie habe sich auf die ihr gegebene Zusicherung,
der Bau werde subventioniert werden,
verlassen.
Ganz eventuell beantragte sie Reduktion des Kaufs-
preises auf den Betrag von 28,000 Fr.
B. -
Mit Urteil vom 29. September 1921 hat das
Obergericht des Kantons Solothurn die Klage zuge-
sprochen und die Widerklage abgewi~en.
C. -
Hiegegen richtet sich die vorliegende Berufung,
mit welcher die Beklagte neuerdings um Abweisung
der Klage nachsucht.
Die Klägerin hat auf Bestätigung des angefochtenen
Urteils antragen lassen.
Das Bundesgericht zieht in Erwägung :
1. -
Die Einrede der absichtlichen
T ä u s c h u n g, die die Beklagte in erster Linie er~oben
hat, würde voraussetzen, dass die Klägerinbel der
Beklagten wider besseres Wissen den Glauben erweckt
hä,tte, die Subvention werde sicher ausbezahlt werden.
Der Nachweis einer solchen Arglist ist in den Akten
nicht enthalten. Gegenteils steht fest, dass die Klä-
gerin auf Grund der bestehenden Vorschriften in der