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48_II_235

BGE 48 II 235

Bundesgericht (BGE) · 1920-07-05 · Deutsch CH
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Obligationenrecht. N° 33.

Grundstückes erhalten. Am 5. Juli 1920 erklärte er den

Kaufseintritt. Die Frist des Art. 681 Abs. 3 ZGB ist da-

her gewahrt.

6. -

Dagegen kann das Vorkaufsversprechen nur dem

Beklagten 1) gegenüber geltend gemacht werden. Da es

im Grundbuch nicht vorgemerkt wurde (die auf einsei-

tiges Begehren des Klägers erst im Verlaufe des Prozesses

erfolgte Vormerkung im Sinne von Art. 960 Ziff. 1 ZGB

fällt nicht in Betracht), stehen dem Kläger daraus nur

obligatorische Ansprüche, d. h. nur Ansprüche gegen-

über seinem Vertragsgegner, zu. Um die Beklagten 2) zu

verpflichten, hätte es ihrerseits einer Uebernahme der

Verpflichtungen des Beklagten 1) bedurft. Eine solche

Uebernahme hat nach den Akten und entgegen der Auf-

fassung der Vorinstanz nicht stattgefunden. Sowohl die

Beklagten 2) wie au-eh- der Beklagte 1) haben in der Kor-

respondenz mit dem Kläger immer nur erklärt, die neuen

Eigentümer seien in das M i e t s ver h ä 1 t n i s ein-

getreten. Ebenso sieht der Kaufvertrag vom 31. Mai 1920

nur die Uebernahme des Mietvertrages vor. Von einem

Eintritt in die Verpflichtungen aus dem Vorkaufsverspre-

chen ist dagegen nirgends die Rede. Uebrigens hätte eine

solche Uebernahme auch jedes innern Grundes entbehrt.

Wäre es noch verständlich gewesen, wenn die Beklagten 2

dem Kläger, um ihn zur Nichtausübung des Vorkaufsrech-

tes anlässlich des Eigentumsüberganges auf sie zu ver-

anlassen, für eine spätere Handänderung ein neues Vor-

kaufsrecht eingeräumt hätten, so lag für sie dagegen kei-

nerlei Grund vor, durch Anerkennung des Vorkaufsrech-

tes bezüglich des streitigen Kaufes diesen selbst in Frage

zu stellen oder sich eine Schadenersatzpflicht aufzuladen.

7. -

Die Gegenforderungen der Beklagten fussen auf

der Annahme, der Kläger sei nicht berechtigt gewesen,

ein Vorkaufsrecht auszuüben; nach den vorstehenden

Ausführungen ist diese Auffassung unzutreffend, wo-

mit die Grundlage dieser Ansprüche dahinfällt.

,Obligationenrecht. N° 34.

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Demnach erkennt das Bundesgericht :

Die Berufung des Beklagten Berger wird unbegründet

erklärt, die Berufung der B~lagten Scherers Erben da-

gegen zugesprochen, und die Klage ihnen gegenüber abge-

wiesen.

34. Bxtrait 4a l'arrit da 1& Ire Seetion civüi du 10 avril19!a!a

dans la cause da iediDg contre ltirchhof.

Pour detenmner la valeur des prestations dont les parties

peuvent reclamer la restitution en cas de n~llite du ~ontra!,

n faut se reporter a l'epoque on les prestatIons ont ete ope-

rees et s'en tenir a la valeur dont les parties se sont effective-

ment enrichies sans egard a la valeur fixee conventionnelle-

ment en vue de l'execution du contrat.

La nullite du contrat pour cause de dol a pour conse-

quence la restitution reciproque des prestations des

parties.

Le demandeur n'ayant jamais pris possession de la

fabrique, n'a rien a rendre au defendeur. En revanche,

ce dernier doit lui restituer les sommes re«;ues.

Pour

apprecier exactement la valeur de ·la prestation faite

par le demandeur et dont il est en droit d'exiger la res-

titution, il faut se reporter ä. l'epoque ou le paiement

a ete effectue, soit au 16 mars 1920. Acette date, le

defendeur a non seulement re«;u la somme de 9250 francs

suisses. mais en plus un cheque de 312 400 marks. ~~ur

la conversion de ce dernier montant en francs. I ms-

tance cantonale s'en est tenue au cours de 12 fr. 50 %

par le motif que lesparties l'auraient conventionnelle-

ment admis. On ne peut pas se rallier ä. cette maniere

de voir. Le cours de 12.50 a He convenu non pas en vue

de l'annulation du contrat mais en vue de son execu-

236

Obllgationenreeht. N° 35.

tion et parce que, le prix. de vente etant fixe en francs,

il fallait determiner' le montant que representaient

en cdte monnaie,les 312400 marks pour connaitre le

solde du. Du moment que le contrat doit etre considere

comme inexistant, la eonventionrelative au ealcul

de la valeur des marks en francs suisses doit egalement

etre regardee comme nulle et ce que le defendeur doit

des lors etre condamne a rembourser e'est la valeur dont

il s'est trouve effectivement enrichi des le 16 mars 1920.

Comme le demandeur est domicilie en Suisse et que rien

ne permet de dire qu'il n'aurait pas converti acette

epoque ses marks en francs s'il ne les avait pas verses

par cheque au defendeur, que, d'autre part, ce dernier

a vraisemblablement change en francs au cours du jour

les marks ref;us, il est juste de le condamner a rem-

bourser les 312 400 marks au cours de 6 fr. 80 %

pratique alors.

35. t1rteil der II. Zivilabteilung vom 4. Kai lGaa

i. S. lIigler gegen Aktiengesellschaft Jä.ggi.

Art. 24 Abs. 2 OR. Irr t u m übe r die G e s c h ä f t s-

g run dIa gen: Beg r i f f. Darunter fällt die irrtüm-

liche Anna,hme, das ge k.a u f t e Hau s werde s u b-

v e n t ion i e r t, wenn beide Parteien die Subvention

als sicher betrachteten.

A. -

Die Klägerin, A.-G. Jäggi, Baugeschäft in

Olten, verkaufte am 6. September 1919 der Beklagten,

Frau Elise Hägler in Olten, zum Preise von 35,000 Fr.

bei einer Anzahlung von 5000 Fr. ein in der Gemeinde

Olten gelegenes Zweifamilienhaus. Beide Kontrahenten

nahmen beim Kaufsabschluss als sicher an, dass auf

Grund der von Bund, Kanton und Gemeinde zur Be-

hebung der Wohnungsnot erlassenen Verordnungen an

das Haus eine Subvention ausgerichtet werde. Diese

ObUgationenrecht. N- 35.

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Subvention sollte laut Ziff. 4 des Vertrages der Käuferin

zufallen. Trotzdem die Voraussetzungen der Subven-

tionierung an sich· gegeben waren, wurden jedoch in

der Folge die wiederholten Subventionsgesuche der

Klägerin von den Gemeinde- und Kantonsbehörden

abgewiesen. weil die zur Verfügung stehenden Gelder

nicht zur Befriedigung aller Bedürfnisse ausreichten.

Infolge der Verweigerung der kantonalen entfiel auch

die Möglichkeit, eine Bundessubvention zu gewähren.

Mit der vorliegenden Klage belangte die Verkäuferin

die Käuferin auf Zahlung der Kaufrestanz von 30,000 Fr.

Die Beklagte beantragte Abweisung der Klage und

widerklageweise Aufhebung des Vertrages aus dem

Gesichtspunkte der arglistigen Täuschung, eventuell des

Irrtums, eventuell der Uebervorteilung, indem sie darauf

verwies, sie habe sich auf die ihr gegebene Zusicherung,

der Bau werde subventioniert werden,

verlassen.

Ganz eventuell beantragte sie Reduktion des Kaufs-

preises auf den Betrag von 28,000 Fr.

B. -

Mit Urteil vom 29. September 1921 hat das

Obergericht des Kantons Solothurn die Klage zuge-

sprochen und die Widerklage abgewi~en.

C. -

Hiegegen richtet sich die vorliegende Berufung,

mit welcher die Beklagte neuerdings um Abweisung

der Klage nachsucht.

Die Klägerin hat auf Bestätigung des angefochtenen

Urteils antragen lassen.

Das Bundesgericht zieht in Erwägung :

1. -

Die Einrede der absichtlichen

T ä u s c h u n g, die die Beklagte in erster Linie er~oben

hat, würde voraussetzen, dass die Klägerinbel der

Beklagten wider besseres Wissen den Glauben erweckt

hä,tte, die Subvention werde sicher ausbezahlt werden.

Der Nachweis einer solchen Arglist ist in den Akten

nicht enthalten. Gegenteils steht fest, dass die Klä-

gerin auf Grund der bestehenden Vorschriften in der