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40_III_431

BGE 40 III 431

Bundesgericht (BGE) · 1914-01-01 · Deutsch CH
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· 430 Entscheidungen der Schuldbetreibungs- dre interne et ne concerne pas les tiers, que d'ailleurs le commis Widmann peut elre considere comme un facteur au sens de la dite ordonnance et qu'enfin, a supposer la notification irreguliere, elle ne saurait etre annulee, le debiteur ayant re<;u l'acte de poursuite - ce qui est l'essentiel. . Michaud a recouru au Tribunal fMeral contre eette decision. Statuant sur ces faits et considerant en droit : On pourrait se demander si la mesure qui fait l'objet de la plainte constitue une « me sure de l' office » suscep- tible d'etre deferee a l'autorite de surveillance en vertu de l'art. 17 LP: en effet le debiteur ne prHend meme pas que I' offic e se soit rendu coupable d'une irregula- rite quelconque et il est constant qu'il s'est strictement conforme aux regles des art. 69 et suiv. LP sur la noti- fication des commandements de payer; l'unique infor- malite invoquee est le fait, non de l' office, mais de la poste qu'il etait autorise par I'art. 72 LP acharger de la transmission de l'acte de poursuite. Cependant en pareil cas, le fonctionnaire postal agiss-ant par delegation de l'office, on peut admettre qu(' les irregularites qu'il com- mettrait dans la transmission de l'acte doivent etre con- siderees au point de vue du droit de recours du debi- teur (non pas, cela va sans dire, au point de vue de la responsabilile du prepose fondee sur l'art. 5 LP), comme si elles avaient ete commisf's par l' office lui-meme; aussi bien ce sont les autorites de surveillance seules, a l'ex- clusion des autorites postales, qui sont en mesure de prendre les sanctions necessaires pour remedier aces irregularites et pour sauvegarder ainsi les droits du de- biteur. Mais il est evident qu'en I'espece le recours est de- pourvu de tout fondement. Le fait que le commande- ment de payer a He remis au debiteur par un commis und Konkurskammer. N° 80. 431 postal, au lieu de lui etre remis par un facteur, est na- turellement indifferent du moment que toutes les for- mes prevues pour la notification ont He observees: on ne voit pas et le debiteur se garde bien d'alleguer quel interet il pourrait avoir a recevoir le commandement de payer des mains d'un facteur, plutöt que de celles d'un commis. Par ces motifs, la Chambre des Poursuites et des Faillites prononce: Le recours est ecarte.

80. Entscheid vom 17. Dezember 1914 i. S. IIinden-Blumer und Genossen. Annullierung einer Abtretung nach Art. 260 SchKG durch die Konkursverwaltung wegen Nichteinhaltung der Klagefrist ? _ Weiterziehbarkeit einer solchen Verfügung. - Gilt die Anrufung des Friedensrichters als gerichtliche Geltend- machung im Sinne der im Abtretungsformular enthaltenen Anweisung? A. - Am 12. Novembel 1913 trat das Konkursamt Zug einen Anspruch der Konkursmasse des Karl Dinkel- Waldis in Zug gegen Joseph Nigst in Biel « aus Nichler- füllung der Steigerungsbedingungen betreffend die kon- kursamtliche Steigerung der Liegenschaft Hotel und . Pension Waldheim, Zug » im Sinne des Art. 260 SchKG an eine Reihe von Konkursgläubigern ab, darunter an die Rekurrenten, Witwe Rahel Agatha Hinder.-Blumer in Zürich und ihre Tochter Fernanda EIsa, August Weiss, Stadtschreiber in Zug und Emil Landolt, \Veinhändler in Zürich, sowie an Joseph Bloch in Zug. Das Konkursamt verfügte dabei gemäss Ziff. 6 der im Abcretungsformular aufgeführten Bedingungen, dass es sich die Annullierung der Abtretung für den Fall vorbehalte, dass der Anspruch nicht bis zum 31. Dezember 1913 gerichtlich geltend 432 Entscheidungen der Schuldbetreibungs- gemachtwerde. Die Rekurrenten leichten a~ 31. Dezem- ber 1913 beim Richteramt I in Biel Klage gegen Joseph Nigst in Biel ein, während Joseph Bloch am genannten Tage bloss ein Gesuch um Vorladung des Joseph Nigst zum Aussöhnungsversuch stellte und die übrigen Abtre- tungsgläubiger gerichtliche Schritte gegen Nigst 'über- haupt unterIiessen. Infolgedessen ersuchten die Rekurren- ten das Konkursamt Zug, die Abtretung an sämtliche übrigen Abtretungsgläubiger zu annullieren. Sie machten geltend, dass unter gerichtlicher Geltendmachung eines Anspruchs nur solche Massnahmen verstanden seien, die die Rechtshängigkeit des Streites bewirken, und dass die Rechtshängigkeit nach § 137 bern. ZPO erst mit der Einreichung der Klage, nicht schon mit dem Gesuch um Vorladung zum Aussöhnungsversuch eintrete. Das KOll- kursamt entspmch diesem Gesuche in Beziehung auf alle genannten Gläubiger mit Ausnahme des 'Joseph Bloch. B. - Hierauf erhoben die Rekurrenten Beschwerde mit dem Begehren, es sei auch die Annullierung der Abtretung an Bloch auszusprechen. Das Konkursamt bemerkte zur Beschwerde, dass es sich bei der Fristansetzung um einen Vorbehalt handle, von dem die KonkUlsverwaltung je nach den Umständen Gebrauch machel' könne oder nicht (AS Sep.-Ausg. 6 N° 34 und 88, 14 N° 39*. . ' Die Aufsichtsbehörde des Kantons Zug wies die B~schwerde durch Eptscheid vom 14) 16. November 1914 mit folgender Begründung ab : Nach der Konkursverord- nung und der neuen Praxis des Bundesgerichts stehe es zwar im Belieben des Konkursamtes, den Abtretungs- gläubigern Fristen anzusetzen oder nicrt ; aber die V Oll ihm angesetzten Fristen seien Ausschlussfristen. Immer- hin könne die Konkursverwaltung die Frist verlängern oder trotz des Ablaufs der Frist die Abtretung aufrecht- halteI!. Bloch habe nun aber entgegen der Auffassung der

* Ges.-Ausg. 29 I N° 56, II S. 751 f. Erw. 4,37 I No 68. und Konkurskanu.ter . N° 80. 433 Rekurrenten die Klagefrist eingehalten. Nach dem Urteil des Bundesgerichts vom 21. September 1907 in Sachen Hotz gegen Kopp* sei unter Klageanhebung die erste den Prozess einleitende Handlung, also auch schon die Anrufung des Friedensrich1 eI s « in einem nach kantonalem Rechte vorgängigen SühilVerfahren » verstanden. Zudem sei auf den Entscheid des Bundesgerichts in Sachen Aebi & eie gegen Konkursmasse Leutenegger vom 26. März 1909 ** hinzuweisen. Der Begriff der Klageanhebung im Sinne von Art. 107 und 242 SchKG sei derselbe wie der- jenige der gerichtlichen Geltendmachung, um den es sich im vorliegenden Falle handle. C. - Diesen Entscheid haben die Rekurrenten ur1 er Erneuerung ihres Begehrens an das Bundesgerich t wei- tergezogen. Ihren Ausführungen ist noch folgendes zu entnehmen: Durch die Anrufung des bernischen A us- söhnungsrichters werde der Prozess nicht rechtshängig. Der Sühneversuch verpflichte nach bernischem Recht den Kläger keineswegs, den Prozess innert bestimmter Frist einzuleiten, um Verwirkungsfolgen zu vermeiden. In § 114 Ziff. 3 bern. ZPO sei ausdrücklich bestimmt, dass in « Streitsachen, in welchen bei eintretel der Zöge- rung die Verwirkung des Klagrechts lU besorgen stünde », ein Aussöhnungsversuch nicht notwer dig sei. Die Schuldhetreibungs- und Konkurskammer zieht in Erwägung:

1. - Durch die Aufnahme von Ziff. 6 der im Ab1re- tungsformular aufgeführten Bedingungen «< Die Kon- kursverwaltung behält sich die Annullierung der Abtre- tU.lg für den Fall vor, dass nicht binnen einer VOi' ihr anzusetzenden Frist gerichtliche Geltendmachur.g er- folgt ») und die Ansetzupg einer bestimmten Klagefrist wird, streng genommen, wie die Vorinstanz ausführt, die Konkursverwaltung nicht verpflichtet, die Abtretung

• Ges.-Ausg. 33 11 N° 66, Sep.-Ausg. 10 N° 54. •• Sep.-Ausg. 12 N° 22. 434 Entscheidungen der Schuldbetreibungs- • ZU annullieren, wenn die Frist nicht eingehalten wird. In der Tat hängt es von der Gestaltung des Verft.hrens a.b, ob die Konkursverwaltung von dem R echt, das sie sICh vorbehalten hat, Gebrauch machen ",m und soll oder n.icht. Wenn der Konkurs sich sowieso sehr in die Lä~ge zIeht, so kann ~ie unter Umständen ohne Bedenken die Frist verlängern. Ist sie ganz sicher, dass':tus dem Vor- gehen ?er Abtretungsgläubiger ein Ergebnis für die Masse auf kemen Fall zu erwarten ist, und hat sie somit kein Interesse an der Einhaltung der Frist, so kann sie wohl auch die Annullierung der Abtretung trotz einer Frist- versäumnis ganz unterlassen. In allen diesen Fällen ist j~doch. ~ie Entscheidung der Konkursverwaltung, da SIe l.edIghch von Zweckmässigkeitserwägungen abhängt, o~ sI.e n~r so oder anders ausfällt, niemals wegel' Gesetz- wIdngkeit anfechtbar. Sie kann daher höchstens dlen- falls vor den kantonalen Aufsichtsbehörden wegen Un- angemessenheit angefochten, auf keinen Fall aber bis vor das Bundesgericht gezogen werden.

2. - Die Sache verhält sich aber anders, wenn der nämliche Anspruch gleichzeitig ar mehrere Gläubiger auf G:rund formgerechter Gesuche unter Fristansetzung für dIe Klage abgetreten worden ist . . In einem solchen Falle sind ~lle diese Gläubiger grundsätzlich gleichberechtigt und dIe Konkursverwaltung ist verpflichtet, nichts vor- z~nehmen, was diese Gleichberechtigung stören würde, SIe muss also insbesondere die' Klagefrist für alle gleich berechnen und darf nicht dem einen gegenüber die Rechtslage anders gestalten als gegenüber dem andern. ~ach Ziff. 5 der im Abtretungsformular aufgeführten Be- dmgungen sind ja auch die Gläubiger, denen der gleiche Anspruch abgetreten worden ist, verpflichtet, als Streit- genossen aufzutreten und also den Anspruch gemeinsam einzuklagen. . Gegen die Begür;stigung eines von mehreren Abtre- tungsgläubigern müssen daher die übrigen legitimiert sein, sich zu beschweren und zwar können sie dabei auch .::IU Konkurskammer . N° 80. 435 das Bundesgericht anrufen, weil die BeeinträchtiguD C1 . ~ Ibrer Rechte, wie sie aus dem Sinn und Geist ries Geselzes hergeleitet werden müssen, in Frage steht. Das Bundes- gericht kann demnach der Entscheid der Vorinstanz über- prüfen.

3. -- Die Auffassung der Vorinstanz, dass ur ter Klage- anhebung oder gerichtlicher Geltendmachung ellles An- spruchs nvch der bundesgerichtlichen Praxis stets die Anrufung des Friedensrichters zu verstehen sei, sofern nach kantonalem Rechte dem Prozesse ein Sül1l'verfahren v~rangehe, ist, so allgemein ausgedrückt, nicht richtig. Emmr I hat das Bundesgericht in den zitierten Entschei- dungen nur erklärt, dass, wo das kantonale Prozessver- fahren eine Anrufung des Friedensrichters vorschreibe, diese Anrufur g schon ~ls Anhebung der Klagt' anzuse- hen sei. Für die in Frage steheT'de Klage wä.e aber nach § 114 Ziff. 3 bern. ZPO die Veranstciltung eines Aus- söhnungsversuches nicht notwendig gewesen (vgl. die Praxis des bernischen Appellationshofes bei befristeten K lagerechten bei Pillichody, Bernis( her Zivilprozess N° 1311 ff.). Sodar Ir kann unter gerichtlicher Geltendma- chung dnes Anspruchs nur diejenige Handlung verstanden werden, durch welch der Kläger den richterlichen Rechts· schutz anruft und zwar so, dass dadurch die Rechtshän- gigkeit der Streits%he be\\irk1 wird oder der Kläger innert bestimmter Frist die Klage ausspieleT' mus s, wenn nicht bestimmte processuale Rechtsfolgen eintreten sollen. Der Zweck der Fristbestimmung ist, der Konkursmasse eine Garantie zu geben, dass die « Abtretung )}, die in Wirklich- keit ein Prozessmandat ist, auch dazu benützt werde über den streitigen Anspruch innert einer gewissen Frist eine gerichtliche Entscheidung herbeizuführen. Daher kann in allen Kantonen, in denen die Sühnverhandlung nicht in organischer Verbindung mit dem eigentlichen Prozessverfahren steht, d. h. der Streit nicht innert einer gewissen Frist nach Abschluss des Vermittlungsverfahrens zur Vermeidung der Verwirkung des Klagerechts oder 436 Entscheidungen der Schuldbetreibungs- sonstiger Rechtsfolgen vor den Richter gebr~cht werden muss, die Anrufung des Friedensrichters nicht als gericht- liche Geltendmachung im Sinne der im Abtretungsfor- mular enthaltenen Anweisung gelten. Im Kanton Bern besteht nun in der Tat eine solche organische Verbindung des Sühnverfahrens mit dem eigentlichen Prozesse nicht; das bernische Prozessrecht setzt dem Kläger keine Frist an, innerhalb der nach dem Aussöhnungsversuch gericht- liche Klage eingeleitet werden müsste. Demgemäss hätte Bloch gleich den Rekurrenten zur Wahrung der ihm aus der Abtretung erwachsenden Rechte bis zum 31. Dezem- ber 1913 beim Richteramt Biel gegen Nigst die Klage einreichen sollen. Da er dies nicht getan hat und nicht besser gestellt werden darf, als die andern Abtretungs- gläubiger, so ist die AbtretUl g an ihn als nichtig ·zu erklä- ren. Es liegt auf der Hand, dass Bloch, wollte man ihm die Anhebung der Klage noch gestatten, nachdem die Rekurrenten ihrerseits den Prozess bereits durchgeführt hätten, zum Nachteil der Rekurrenten begünstigt würde. Er könnte dann das ganze Risiko des Prozesses diesen zuhalten,indem er den Ausgang ihres Prozesses abw3rtete, um dann entweder, wefin die Rekurrenten ihn verloren häti en, die Klage zu unterlasse"n oder im umgekehrten Falle nachträglich auch noch zu klagen. So fielen ihm beim Obsiegen der Rekurrenten die Früchte ihres Vorgehens in den Schoss, ohne dass er irgendwelches Risiko getragen und irgend etwas an die Kosten beigetragen hätte, was mit seiner Stellung zu den andern Abtretungsgläubigern nicht vereinbat ist. Demnach hat die Schuldbetreibungs- u. Konkurskammer erkann t : Der Rekurs wird gutgeheissen und die Abtretung des sich auf eine Steigerung stützenden Anspruchs der Kon- kursmasse des Karl Dinkel-Waldis in Zug gegen J. Nigst in Biel an Joseph Bloch in Zug als dahingefallen el klärt. und Konkurskammer. N° 81· 82.

81. Extrait de l'arret du 24 deoembre 1914 dans la cause Vassa.1li. Art. 12 ei suiv. de l'ordonnance du Cf du 28 septembre 1914. Sursis general aux poursuites. Consequences de l' omission. de la part du debiteur, de mentionner un creancier dans la liste des creanciers, a joindre a la demande de sursis. Il est constant que S. est au benetice d'un sursis general aux poursuites, accorde par l'autorite compHente en ma- tiere de concordat, conformement aux art. 12 a 22 de 1'0r- donnance du 28 septembre 1914. Le fait qu'il a ornis de mentionner le recourant dans la liste des creanciers, a joindre a la demande de sursis, peut constituer un motif de revocation du sursis, a teneur de l'art. 20, dernier alinea, de l' ordonnance. Mais tant que le prononce accor- dant le sursis n'est pas revoque, celui-ci doit continuer a deployer ses effets, qui consistent notamment dans la suspension des poursuites en cours. L'office de Geneve a donc agi correctement en refusant de proceder a la saisie requise contre S.

82. Entsoheid vom 26" Dezember 1914 i. S. Stalder. Grund und Zweck des Art. 1 der Kriegsnovelle zum SchKG. A. - Der Rekurrent Fritz Stalder im Dambel in Herrli- berg hat einen grossen landwirtschaftlichen Betrieb mit 15 Stück Grossvieh und 3 Stück Kleinvieh und versteuert 30,000 Fr. Vermögen .. In der Zeit vom November 1912 bis zum Oktober 1913 nahm er wenigstens 10,056 Fr. ein für den Verkauf von Milch. Am 1. Juli 1914 pfändete das Betreibungsamt Herrliberg in einer gegen ihn gerichteten Betreibung des Rekursgegners Albert Streuli, Metzgers in Erlenbach, für eine Forderung von 2780 Fr. 88 Cts. AS 40 111 - 1914 30