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AGVE 2002 1

Aargau · 2002-01-03 · Deutsch AG

I. ZivilrechtA. Personenrecht1 Art. 28 ff. ZGB, § 335 ZPO; vorsorgliche Massnahmen im PersönlichkeitsschutzDie Frist von Art. 28e Abs. 2 ZGB zur Anhebung einer ordentlichenKlage gegen widerrechtliche Verletzungen der Persönlichkeit beginnt amTag nach der Zustellung der nach Anhörung der Gegenpartei erlassenenvorsorglichen...

Erwägungen (4 Absätze)

E. 25 I. Zivilrecht

A. Personenrecht

1

Art. 28 ff. ZGB, § 335 ZPO; vorsorgliche Massnahmen im Persönlich-

keitsschutz

Die Frist von Art. 28e Abs. 2 ZGB zur Anhebung einer ordentlichen

Klage gegen widerrechtliche Verletzungen der Persönlichkeit beginnt am

Tag nach der Zustellung der nach Anhörung der Gegenpartei erlassenen

vorsorglichen Massnahme zu laufen. Die bundesrechtliche Klagefrist

wird durch die Anfechtung des Massnahmeentscheides mit einem kanto-

nalen Rechtsmittel nicht gehemmt (Erw. 3b).

Aus dem Entscheid des Obergerichts, 3. Zivilkammer, vom 21. Januar 2002

i.S. N.S. ca. I.H. u.a.

Aus den Erwägungen

1. a) Wer in seiner Persönlichkeit widerrechtlich verletzt wird,

kann nach Art. 28 Abs. 1 ZGB zu seinem Schutz gegen jeden, der an

der Verletzung mitwirkt, das Gericht anrufen. Er kann dem Gericht

beantragen, eine drohende Verletzung zu verbieten oder eine beste-

hende Verletzung zu beseitigen oder die Widerrechtlichkeit einer

Verletzung festzustellen, wenn sich diese weiterhin störend auswirkt

(Art. 28a Abs. 1 ZGB).

b) Wer glaubhaft macht, dass er in seiner Persönlichkeit wider-

rechtlich verletzt ist oder eine solche Verletzung befürchten muss

und dass ihm aus der Verletzung ein nicht leicht wiedergutzumachen-

der Nachteil droht, kann gemäss Art. 28c Abs. 1 ZGB die Anordnung

einer vorsorglichen Massnahme verlangen. Der Richter kann insbe-

sondere die Verletzung vorsorglich verbieten oder beseitigen

(Art. 28c Abs. 2 Ziff. 1 ZGB). Nach Art. 28d ZGB gibt das Gericht

dem Gesuchsgegner Gelegenheit sich zu äussern (Abs. 1); ist es je-

doch wegen dringender Gefahr nicht mehr möglich, den Gesuchs-

2002

Obergericht/Handelsgericht

E. 26 gegner vorgängig anzuhören, so kann das Gericht schon auf Einrei-

chung des Gesuchs hin Massnahmen vorläufig anordnen, es sei denn,

der Gesuchsteller habe sein Gesuch offensichtlich hinausgezögert

(Abs. 2). Vorsorgliche Massnahmen, die angeordnet werden, bevor

die Klage rechtshängig ist, fallen gemäss Art. 28e Abs. 2 ZGB dahin,

wenn der Gesuchsteller nicht innerhalb der vom Gericht festge-

setzten Frist, spätestens aber innert 30 Tagen, Klage erhebt.

Mit den vorstehenden Bestimmungen über Anspruch und

Durchsetzung vorsorglicher Massnahmen greift der Bundesgesetzge-

ber zur Gewährleistung eines einheitlichen Rechtsschutzes im Be-

reich des Persönlichkeitsschutzes in die kantonale Verfahrenshoheit

(Art. 122 Abs. 2 BV) ein. Die bundesrechtlichen Verfahrensbestim-

mungen gehen dem kantonalen Recht vor. Für die im Bundesrecht

nicht geregelten Fragen, insbesondere die sachliche Zuständigkeit,

den Verfahrensablauf und den Rechtsmittelweg, bleibt indes die

Kompetenz der Kantone zur Anwendung ihres eigenen Rechts beste-

hen (BBl 1982 II S. 644 f., 665 f., 670; Andreas Meili, Kommentar

zum Schweizerischen Privatrecht, Basel 1996, N 1 zu Art. 28c ZGB;

Andreas Bucher, Natürliche Personen und Persönlichkeitsschutz,

3. A., Basel 1999, Rz. 619, 644 und 652; Hubert Bugnon, Les

mesures provisionelles de protection de la personnalité, in:

Festschrift Tercier, Freiburg i.Ue. 1993, S. 37).

2. Mit vorläufiger Anordnung des Gerichtspräsidiums R. vom

20. Juli 2001 wurde den Gesuchsgegnern unter Strafandrohung

verboten, in Zukunft zu behaupten, es bestehe der Verdacht, dass sich

die Gesuchstellerin eines sexuellen Uebergriffes schuldig gemacht

hat. Nach Ausbleiben einer Antwort der Gesuchsgegner wurde diese

Anordnung mit der angefochtenen Verfügung vom 4. Oktober 2001

bestätigt und der Gesuchstellerin gleichzeitig eine Frist von 20 Tagen

zur Klageerhebung angesetzt.

3. Die Gesuchsgegner verlangen mit ihrer Beschwerde die rich-

terliche Feststellung, dass die vorläufige Anordnung vom 20. Juli

2001 dahingefallen sei.

a) Vorsorgliche Massnahmen i.S.v. Art. 28c ff. ZGB werden ge-

mäss § 300 der Aargauischen Zivilprozessordnung vom 18. Dezem-

ber 1984 (ZPO) im summarischen Verfahren erlassen (Bühler/Edel-

2002

Zivilrecht

E. 27 mann/Killer, Kommentar zur Aargauischen Zivilprozessordnung,

Aarau 1998, N 2 zu § 300 ZPO). Die vorläufige Anordnung i.S.v.

Art. 28d Abs. 2 ZGB ist Bestandteil dieses Summarverfahrens. Sie

kann vom Richter jederzeit aufgehoben oder abgeändert werden; ihre

Anordnung oder Ablehnung ist jedoch nicht weiterziehbar (AGVE

1990 S. 71 f.; Bühler/Edelmann/Killer, a.a.O., N 5-7 zu § 294 ZPO).

Der Instruktionsrichter des Obergerichts kann aber nach § 294 Abs. 3

ZPO auf Gesuch hin eine (abweichende) vorläufige Massnahme tref-

fen, wenn der Endentscheid im Summarverfahren mit Beschwerde

angefochten wird.

b) Die Gesuchsgegner stellen im Beschwerdeverfahren gegen

die vorsorgliche Massnahme vom 4. Oktober 2001 kein Gesuch um

Erlass einer abweichenden vorläufigen Massnahme (§ 294 Abs. 3

ZPO) im Sinne einer Aufhebung der vom erstinstanzlichen Richter

am 20. Juli 2001 verfügten vorläufigen Anordnung nach Art. 28d

Abs. 2 ZGB. Sie beantragen einzig die richterliche Feststellung, dass

die Verfügung vom 20. Juli 2001 dahingefallen sei. Zur Begründung

führen sie aus, dass die Gesuchstellerin innert der 30tägigen Frist

von Art. 28e Abs. 2 ZGB keine Klage erhoben habe; die Verfügung

vom 20. Juli 2001 sei ihr spätestens am 24. Juli 2001 zugegangen

und folglich - mangels Klageerhebung bis zum 23. August 2001 -

dahingefallen.

Diese Auffassung ist abwegig. Es ergibt sich sowohl aus der

Gesetzessystematik wie auch aus der Natur der Sache, dass nicht die

vorläufige Anordnung i.S.v. Art. 28d Abs. 2 ZGB, sondern erst die

nach Anhörung der Gegenpartei erlassene vorsorgliche Massnahme,

die das summarische Gesuchsverfahren i.S.v. Art. 28c ff. ZGB ab-

schliesst, die Frist von Art. 28e Abs. 2 ZGB zur Anhebung der Klage

im ordentlichen Verfahren auslöst (vgl. auch Bugnon, a.a.O., S. 50).

Die Frist beginnt am Tag nach der Zustellung der richterlichen Verfü-

gung zu laufen (Bucher, a.a.O., Rz. 658). Da sie eine bundesrechtli-

che Verwirkungsfrist darstellt (Pedrazzini/Oberholzer, Grundriss des

Personenrechts, 4. A., Bern 1993, S. 175), wird sie durch die Anfech-

tung des Massnahmeentscheides nicht gehemmt, auch wenn der Be-

schwerde gemäss Aargauischem Zivilprozessrecht (§§ 342 i.V.m.

320 ZPO) grundsätzlich Suspensivwirkung zukommt (Bugnon,

2002

Obergericht/Handelsgericht

E. 28 a.a.O., S. 50). § 294 Abs. 2 ZPO, wonach vorläufige Massnahmen bis zum formell rechtskräftigen Entscheid im summarischen Verfah- ren in Kraft bleiben, wird somit durch das Bundesrecht insofern derogiert, als eine - infolge Anfechtung der sie bestätigenden vorsorglichen Massnahme noch gültige - vorläufige Anordnung i.S.v. Art. 28d Abs. 2 ZGB, ebenso wie die angefochtene vorsorgliche Massnahme selbst, per se dahinfällt, wenn das Verfahren nicht innert der Klagefrist von Art. 28e Abs. 2 ZGB prosequiert wird. Vorliegend hat die Gesuchstellerin gemäss Auskunft der Gerichtskanzlei R. die Klage im ordentlichen Verfahren am 29. Oktober 2001 und damit in- nert der im (ihr am 9. Oktober 2001 zugestellten) Massnahmeent- scheid vom 4. Oktober 2001 angesetzten Frist von 20 Tagen anhän- gig gemacht. Die vorläufige Anordnung vom 20. Juli 2001 hat somit nach wie vor Bestand.

Volltext (verifizierbarer Originaltext)

Aargau Obergericht/Handelsgericht 03.01.2002 AGVE 2002 1 Argovie Obergericht/Handelsgericht 03.01.2002 AGVE 2002 1 Argovia Obergericht/Handelsgericht 03.01.2002 AGVE 2002 1

I. ZivilrechtA. Personenrecht1 Art. 28 ff. ZGB, § 335 ZPO; vorsorgliche Massnahmen im PersönlichkeitsschutzDie Frist von Art. 28e Abs. 2 ZGB zur Anhebung einer ordentlichenKlage gegen widerrechtliche Verletzungen der Persönlichkeit beginnt amTag nach der Zustellung der nach Anhörung der Gegenpartei erlassenenvorsorglichen...

AGVE 2002 1 S.25 2002 Zivilrecht 25 I. Zivilrecht A. Personenrecht 1 Art. 28 ff. ZGB, § 335 ZPO; vorsorgliche Massnahmen im Persönlich- keitsschutz Die Frist von Art. 28e Abs. 2 ZGB zur Anhebung einer ordentlichen Klage gegen widerrechtliche Verletzungen der Persönlichkeit beginnt am Tag nach der Zustellung der nach Anhörung der Gegenpartei erlassenen vorsorglichen Massnahme zu laufen. Die bundesrechtliche Klagefrist wird durch die Anfechtung des Massnahmeentscheides mit einem kanto- nalen Rechtsmittel nicht gehemmt (Erw. 3b). Aus dem Entscheid des Obergerichts, 3. Zivilkammer, vom 21. Januar 2002 i.S. N.S. ca. I.H. u.a. Aus den Erwägungen

1. a) Wer in seiner Persönlichkeit widerrechtlich verletzt wird, kann nach Art. 28 Abs. 1 ZGB zu seinem Schutz gegen jeden, der an der Verletzung mitwirkt, das Gericht anrufen. Er kann dem Gericht beantragen, eine drohende Verletzung zu verbieten oder eine beste- hende Verletzung zu beseitigen oder die Widerrechtlichkeit einer Verletzung festzustellen, wenn sich diese weiterhin störend auswirkt (Art. 28a Abs. 1 ZGB).

b) Wer glaubhaft macht, dass er in seiner Persönlichkeit wider- rechtlich verletzt ist oder eine solche Verletzung befürchten muss und dass ihm aus der Verletzung ein nicht leicht wiedergutzumachen- der Nachteil droht, kann gemäss Art. 28c Abs. 1 ZGB die Anordnung einer vorsorglichen Massnahme verlangen. Der Richter kann insbe- sondere die Verletzung vorsorglich verbieten oder beseitigen (Art. 28c Abs. 2 Ziff. 1 ZGB). Nach Art. 28d ZGB gibt das Gericht dem Gesuchsgegner Gelegenheit sich zu äussern (Abs. 1); ist es je- doch wegen dringender Gefahr nicht mehr möglich, den Gesuchs- 2002 Obergericht/Handelsgericht 26 gegner vorgängig anzuhören, so kann das Gericht schon auf Einrei- chung des Gesuchs hin Massnahmen vorläufig anordnen, es sei denn, der Gesuchsteller habe sein Gesuch offensichtlich hinausgezögert (Abs. 2). Vorsorgliche Massnahmen, die angeordnet werden, bevor die Klage rechtshängig ist, fallen gemäss Art. 28e Abs. 2 ZGB dahin, wenn der Gesuchsteller nicht innerhalb der vom Gericht festge- setzten Frist, spätestens aber innert 30 Tagen, Klage erhebt. Mit den vorstehenden Bestimmungen über Anspruch und Durchsetzung vorsorglicher Massnahmen greift der Bundesgesetzge- ber zur Gewährleistung eines einheitlichen Rechtsschutzes im Be- reich des Persönlichkeitsschutzes in die kantonale Verfahrenshoheit (Art. 122 Abs. 2 BV) ein. Die bundesrechtlichen Verfahrensbestim- mungen gehen dem kantonalen Recht vor. Für die im Bundesrecht nicht geregelten Fragen, insbesondere die sachliche Zuständigkeit, den Verfahrensablauf und den Rechtsmittelweg, bleibt indes die Kompetenz der Kantone zur Anwendung ihres eigenen Rechts beste- hen (BBl 1982 II S. 644 f., 665 f., 670; Andreas Meili, Kommentar zum Schweizerischen Privatrecht, Basel 1996, N 1 zu Art. 28c ZGB; Andreas Bucher, Natürliche Personen und Persönlichkeitsschutz,

3. A., Basel 1999, Rz. 619, 644 und 652; Hubert Bugnon, Les mesures provisionelles de protection de la personnalité, in: Festschrift Tercier, Freiburg i.Ue. 1993, S. 37).

2. Mit vorläufiger Anordnung des Gerichtspräsidiums R. vom

20. Juli 2001 wurde den Gesuchsgegnern unter Strafandrohung verboten, in Zukunft zu behaupten, es bestehe der Verdacht, dass sich die Gesuchstellerin eines sexuellen Uebergriffes schuldig gemacht hat. Nach Ausbleiben einer Antwort der Gesuchsgegner wurde diese Anordnung mit der angefochtenen Verfügung vom 4. Oktober 2001 bestätigt und der Gesuchstellerin gleichzeitig eine Frist von 20 Tagen zur Klageerhebung angesetzt.

3. Die Gesuchsgegner verlangen mit ihrer Beschwerde die rich- terliche Feststellung, dass die vorläufige Anordnung vom 20. Juli 2001 dahingefallen sei.

a) Vorsorgliche Massnahmen i.S.v. Art. 28c ff. ZGB werden ge- mäss § 300 der Aargauischen Zivilprozessordnung vom 18. Dezem- ber 1984 (ZPO) im summarischen Verfahren erlassen (Bühler/Edel- 2002 Zivilrecht 27 mann/Killer, Kommentar zur Aargauischen Zivilprozessordnung, Aarau 1998, N 2 zu § 300 ZPO). Die vorläufige Anordnung i.S.v. Art. 28d Abs. 2 ZGB ist Bestandteil dieses Summarverfahrens. Sie kann vom Richter jederzeit aufgehoben oder abgeändert werden; ihre Anordnung oder Ablehnung ist jedoch nicht weiterziehbar (AGVE 1990 S. 71 f.; Bühler/Edelmann/Killer, a.a.O., N 5-7 zu § 294 ZPO). Der Instruktionsrichter des Obergerichts kann aber nach § 294 Abs. 3 ZPO auf Gesuch hin eine (abweichende) vorläufige Massnahme tref- fen, wenn der Endentscheid im Summarverfahren mit Beschwerde angefochten wird.

b) Die Gesuchsgegner stellen im Beschwerdeverfahren gegen die vorsorgliche Massnahme vom 4. Oktober 2001 kein Gesuch um Erlass einer abweichenden vorläufigen Massnahme (§ 294 Abs. 3 ZPO) im Sinne einer Aufhebung der vom erstinstanzlichen Richter am 20. Juli 2001 verfügten vorläufigen Anordnung nach Art. 28d Abs. 2 ZGB. Sie beantragen einzig die richterliche Feststellung, dass die Verfügung vom 20. Juli 2001 dahingefallen sei. Zur Begründung führen sie aus, dass die Gesuchstellerin innert der 30tägigen Frist von Art. 28e Abs. 2 ZGB keine Klage erhoben habe; die Verfügung vom 20. Juli 2001 sei ihr spätestens am 24. Juli 2001 zugegangen und folglich - mangels Klageerhebung bis zum 23. August 2001 - dahingefallen. Diese Auffassung ist abwegig. Es ergibt sich sowohl aus der Gesetzessystematik wie auch aus der Natur der Sache, dass nicht die vorläufige Anordnung i.S.v. Art. 28d Abs. 2 ZGB, sondern erst die nach Anhörung der Gegenpartei erlassene vorsorgliche Massnahme, die das summarische Gesuchsverfahren i.S.v. Art. 28c ff. ZGB ab- schliesst, die Frist von Art. 28e Abs. 2 ZGB zur Anhebung der Klage im ordentlichen Verfahren auslöst (vgl. auch Bugnon, a.a.O., S. 50). Die Frist beginnt am Tag nach der Zustellung der richterlichen Verfü- gung zu laufen (Bucher, a.a.O., Rz. 658). Da sie eine bundesrechtli- che Verwirkungsfrist darstellt (Pedrazzini/Oberholzer, Grundriss des Personenrechts, 4. A., Bern 1993, S. 175), wird sie durch die Anfech- tung des Massnahmeentscheides nicht gehemmt, auch wenn der Be- schwerde gemäss Aargauischem Zivilprozessrecht (§§ 342 i.V.m. 320 ZPO) grundsätzlich Suspensivwirkung zukommt (Bugnon, 2002 Obergericht/Handelsgericht 28 a.a.O., S. 50). § 294 Abs. 2 ZPO, wonach vorläufige Massnahmen bis zum formell rechtskräftigen Entscheid im summarischen Verfah- ren in Kraft bleiben, wird somit durch das Bundesrecht insofern derogiert, als eine - infolge Anfechtung der sie bestätigenden vorsorglichen Massnahme noch gültige - vorläufige Anordnung i.S.v. Art. 28d Abs. 2 ZGB, ebenso wie die angefochtene vorsorgliche Massnahme selbst, per se dahinfällt, wenn das Verfahren nicht innert der Klagefrist von Art. 28e Abs. 2 ZGB prosequiert wird. Vorliegend hat die Gesuchstellerin gemäss Auskunft der Gerichtskanzlei R. die Klage im ordentlichen Verfahren am 29. Oktober 2001 und damit in- nert der im (ihr am 9. Oktober 2001 zugestellten) Massnahmeent- scheid vom 4. Oktober 2001 angesetzten Frist von 20 Tagen anhän- gig gemacht. Die vorläufige Anordnung vom 20. Juli 2001 hat somit nach wie vor Bestand.